[ 12.Okt 2012 | |No Comment ]

Aktuelle Zahlen aus den Biokunststoffmarkt und ein Ausbilck ins Jahr 2016

Diese Woche verkündete der Branchenverband European Bioplastic die weiterhin ansteigende positive Entwicklung der Produktionskapazitäten bei Biokunststoffen. Aus diesen Grund lohnt es sich, die aktuellen Zahlen und die Prognose für 2016 genauer in Augenschein zu nehmen.

Noch im Frühjahr 2011 prognostizierte der Branchenverband European Bioplastics und das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover auf der interpack in Düsseldorf, ein Wachstum der Produktionskapazität für Biokunststoffe von voraussichtlich auf rund 1,7 Millionen Tonnen bis 2015. Ein Jahr später wird diese Zahl  korrigiert und ein Wachstum sogar bis zu knapp 6 Tonnen vorausgesagt.

Die Korrektur nach oben ist sicherlich nicht unbegründet. Die rasche Ausbreitung von Biokunststoffen, alleine in diesem Jahr, war enorm. Aus jedem Anwendungsbereich, ertönt es: Substitution von Standard-Kunststoffen durch Biokunststoffe.

Von Verpackungen über den Automobilbereich bis zu Spielzeugen, Teppichen und elektronischen Komponenten – Biokunststoffe sind gefragt wie nie. Die stark wachsende Gruppe biobasierter Standardkunststoffe finden z. B. im Verpackungsmarkt starken Anklang. Mehrere große Markenartikler, wie Danone und Coca-Cola, haben Produkte auf den Markt gebracht.

Viele Entwicklungsprojekte die gerade Anlaufen, haben ebenfalls das Ziel – Einsatz von Biokunstoff.

Den  Boom für Biokunststoffe gab es jedoch bereits 2010. Innerhalb vo nur einem Jahr vervierfachte sich die Produktionskapazitäten.

Grafik1: Weltweite Produktionskapazitäten für Biokunststoffe.

Grafik1: Weltweite Produktionskapazitäten für Biokunststoffe.

Teil-biobasierte Kunststoffe führend

Ein weiterer Wandel zeigt sich bei der Zusammensetzung des globalen Produktionsvolumens ab. 2009 stellte die Biokunststoffbranche mit rund 0,23 Millionen Tonnen überwiegend biologisch abbaubare Materialien her. Dieses Verhältnis kehrte sich – trotz allgemeinen Wachstums – in den kommenden Jahren um. Die Marktstudie zeigt, dass die biobasierten Standardkunststoffe 2016 den Großteil der Produktionskapazitäten mit insgesamt rund 5 Millionen Tonnen weiter ausbauen werden. Zwar wachsen die biologisch abbaubaren Materialien wachsen, doch nicht so stark wie es sich viele Umweltaktivisten wünschen würden.

 

Teil-biobasierte Kunststoffe setzen sich durch

Grafik 2: Rauskristallisierung bestimmter Materialtypen gehen deutlich hervor.

Nach der Erhebung des Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover hinkt die aktuelle Produktionskapazität für biologisch abbaubare Biokunststoffen bereits im vergangendem Jahr hinterher.  Die Wachstumsraten für nicht biologisch abbaubare Kunststoffe sind zweistellig und werden vrsl.  bis 2016  mit knapp 87%  pro Jahr den Martk dominieren. Vor allem die sogenannten „drop-in“ Lösungen, also Massenkunststoffe wie PE und PET, die jetzt auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden, bauen große Kapazitäten neu auf. Teil-biobasiertes PET ist hierbei führend: Bereits heute stellt es rund 40 Prozent aller Biokunststoff-Produktionskapazitäten. Diesen Vorsprung wird teil-biobasiertes PET bis 2016 weiter auf über 4,6 Millionen Tonnen ausbauen. Das entspräche 80 Prozent der gesamten Produktionskapazitäten. Hinter PET folgt biobasiertes PE mit 250.000 Tonnen, das sind gut vier Prozent der gesamten Produktionskapazitäten.

Beunruhigender geografischer Trend

Grafik 3: Verteilung der Produktionskapazität weltweit.

Aus europäischer Sicht ist ein beunruhigender Trend ist bei der geographischen Verteilung der Produktionskapazitäten zu beobachten. Zwar zählt Europa weiterhin zum weltweit größten und interessantesten Absatzmarkt für Biokunststoffe und ist führend in Forschung und Entwicklung. Die Menge der Produktionsanlagen wächst hingegen in Asien und Südamerika am stärksten und somit auch dort die Produktionskapazitäten.



Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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