[ 25.Jun 2012 | |No Comment ]
Ausbildung

Neue Ausbildungsverordnung für Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff und Kautschuktechnik ab August 2012

Mit dem Ausbildungsjahr 2012 tritt das neugeordnete Ausbildungsbild zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik für alle Ausbildungsanfänger in Kraft, wie  im Bundesgesetzblatt bekannt gegeben wurde.

Nahezu zwei Jahre lang hatte das Sachverständigengremium – darunter unter anderem Vertreter des GKV, der IG BCE sowie der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände – daran gearbeitet, die seit 1997 gültigen Ausbildungsinhalte und –modalitäten zu aktualisieren und passgenau auf die Bedürfnisse der Branchenunternehmen zuzuschneiden.

Verbunden mit der neuen Struktur erfolgte eine Neubestimmung gemeinsamer sowie spezifischer Inhalte, eine Veränderung der zeitlichen Gliederung der Ausbildung sowie die Einführung einer neuen Prüfungsform.

Ausbildungsbild mit sieben Fachrichtungen

Augenfälligstes Kennzeichen ist die neue Struktur der Berufsausbildung. Sie spiegelt die Veränderung der Arbeitswelt in der Branche wider. Anstelle der bisherigen Gliederung in Schwerpunkte tritt die stärker ausgeprägte Differenzierung in folgende sieben Fachrichtungen:

  • Formteile
  • Halbzeuge
  • Mehrschichtkautschukteile
  • Compound- und Masterbatchherstellung
  • Bauteile
  • Faserverbundtechnologie
  • Kunststofffenster

Komplett neu eingeführt wurde die Fachrichtung Compound- und Masterbatchherstellung, da dieser Bereich in der Kunststoff verarbeitenden Industrie immer mehr an Gewicht gewinnt.

Lehrinhalte werden auf die Fachrichtungen abgestimmt

Um eine intensivere Schulung in einem der sieben Fachbereiche zu ermöglichen, erfolgt die Spezialisierung bereits nach gut der Hälfte der dreijährigen Ausbildung und nicht wie zuvor erst im letzten Ausbildungsjahr.

Die Berufsausbildung gliedert sich in gemeinsame Ausbildungsinhalte und – im zeitlichen Umfang von 52 Wochen -in die Ausbildung in einer der Fachrichtungen. Die gemeinsamen Ausbildungsinhalte weisen gegenüber der Ausbildungsverordnung aus dem Jahr 2006 folgende wesentliche Änderungen auf:

  • Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Hinblick auf den Umgang mit Polymeren bekommen einen größeren inhaltlichen und auch zeitlichen Stellenwert.
  • Ausbildungsinhalte zur Fertigungsplanung und -steuerung sind bereits im ersten Ausbildungsabschnitt – vor Teil 1 der Abschlussprüfung beginnend – zu vermitteln. Dadurch kann die Ausbildung von Beginn an besser an betriebliche Abläufe angepasst werden.

Das mechanische Bearbeiten von polymeren Werkstoffen sowie das Herstellen von Bauteilen und Baugruppen wird in den gemeinsamen Qualifikationen inhaltlich und zeitlich auf das für alle Fachrichtungen notwendige Maß zurückgeführt; darüber hinausgehende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind v.a. in den Fachrichtungen Bauteile, Faserverbundtechnologie und Kunststofffenster zu vermitteln.

Abschlussnote setzt sich nun aus der Zwsichen- und Endprüfung zusammen

Ausbildungsverordnung für Verfahrensmechanikerin für Kunststoff und Kautschuktechnik August 2012

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik : Ausbildung am Puls der Zeit [Bildrechte:Arburg]

Mit der Neuordnung wird die getreckte Abschlussprüfung eingeführt. Mit der gestreckten Abschlussprüfung übernimmt die neue Ausbildungsordnung ein weiteres neues Ausbildungselement. Die alt bekannte Zwischenprüfung, die lediglich dazu diente den Lernstand festzustellen, entfällt demnach. Anstatt dessen wird eine zweiteilige Abschlussprüfung eingeführt, deren erster Teil zum Ende des 2. Ausbildungsjahres durchgeführt wird, und in welcher die berufliche Handlungsfähigkeit geprüft wird. Das Ergebnis fließt in die Endnote ein.

Teil 1 der Abschlussprüfung ist für alle Fachrichtungen einheitlich gestaltet, Teil 2 fachrichtungsspezifisch. Für alle Fachrichtungen wird bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses Teil 1 der Abschlussprüfung mit 25 Prozent und Teil 2 der Abschlussprüfung mit 75 Prozent gewichtet. Prüfungsrelevant für Teil 1 sind die Ausbildungsinhalte der ersten 18 Ausbildungsmonate.

Neu ist ebenfalls, dass die gewählte Fachrichtung direkt im Abschlusszeugnis vermerkt wird. So sieht ein Unternehmen auf den ersten Blick, ob ein Bewerber die nötige Spezialisierung besitzt, um dem angebotenen Arbeitsplatz gerecht zu werden.



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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