[ 10.Mrz 2009 | |No Comment ]

Die Rückstromsperre – Grundlagen

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Die Rückstromsperre ist ein Bauteil einer Spritzgußmaschine. Sie sorgt beim Einspritzen dafür, dass die Kunststoffschmelze über die Düse in die Kavität geführt wird und nicht über die Schneckenstege zurück in den hinteren Bereich der Plastifzierteinheit/Schnecke gelangt bzw. auch Schneckengänge. Je geringer die Rückströmung, desto größer ist das erreichtbare Spritzvolumen, ein geringer Teil wird immer zurückfließen – dieses kann leider auch nicht verhindert werden.

Es gibt grundlegend 2 Bauarten der Rückstromsperre, die sich durch ihr Verschlusssystem unterscheiden.

Dies ist zum einem die Rückstromsperre mit Absperring und die Rückstromsperre mit Kugeln. In diesem Beitrag möchte ich euch die Aufbauweise der Rückstromsperre mit Abdichtring vorstellen. Da diese auch die meist verwendeste ist.

Aufbau

rückstromsperre_in_einzel_teile

Die Rückstromsperre mit Absperrring besteht aus 3.Teilen, nämlich der Schneckenspitze, dem Sperrring und dem Druckring. Die hintere Flanken des Sperrringes passen genau auf die  Vorderseite des Druckringes, wodurch verhindert wird dass die geschmolzene Kunststoffformmasse zürck in den hinteren Bereich der Schnecke fließt.  Zudem passt der Sperrring auch nicht über die Flügel der Schneckenspitze. Außer dem Freiraum zwischen Schneckenspitze und Druckring, hat der  Sperrring noch einen Freiraum von ca. 0,03 mm zur Zylinderinnenwand.

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Foto: Bayer

Rückstromsperren sind verschleißteile und das oben genannte zusammenspiel der Einzelen Komponten sind die Optimalbedingungen die bei einer neuen Rückstromsperre gegeben sind. Allerdings nutzen sich die Bauteile während der Produktion mit der Zeit ab. Bei der Verarbeitung mit PE ist die abnutzung sehr gering. Anders sieht es beispielsweise bei PA66 mit 50% Glasfaseranteil aus, dort ist die Abnutzung extrem hoch.

Wie man so so eine Abnutzung feststellt und sogar optisch an der Rückstromsperre sieht, wird im Beitrag “Abnutzung der Rückstromsperre” erläutert.

Doch nun zurück zu den Grundlagen der Rückstromsperre, jeder Maschinenhersteller hat eine etwas andere Geometrie, doch im Grunde ähneln sich die Bauarten alle da immer die 3 vorherig genannten Bauteile vorhanden sind. Doch nicht nur die Maschinenhersteller bauen Rückstromsperren, sondern auch andere diverse Anbieter die dann Universal einsetzbar sind.

ruckstromspeere002Foto: ganzelewski.de

Materialfluss in der Rückstromsperre

Im folgenden Schaubild wird mit Grünen Pfeile dargestellt, wie die Formmasse optimal fließen sollten.

Der Rote Pfeile zeigt das Fließverhalten der Formmasse bei einer defekten Rückstromsperre.

rukstromsperre001-300x173

Jetzt stellen sich sicherlich viele die Frage, wie genau kommt den nun die Formmasse an der Sperre vorbei!?

Die Stellung beim Dosieren

Beim Plastifizieren wird der Sperring von der geförderten Formmasse zur Schneckenspitze bewegt. Die Sperring bewegt sich also nun weg vom Druckring und die Masse kann nun unterhalb des Sperrings nach vorne strömen.  Das  ganze sieht in etwas so aus:

materialfluss_in_der_rückstromsperre

Stellung des Sperrringes beim Dosieren

Stellung der Rückstromsperre bein Einspritzen

Beim Einspritzen wird der Sperrring gegen die hintere Anschlagsfläche/Druckring gedrückt, so dass eine Sperre entsteht und ein zurückströmen der Masse verhindert wird.

dscf4615Stellung der Rückstromsperre beim Einspritzen




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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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