[ 23.Jun 2009 | |No Comment ]

Erfolgreich mit Post It – Selbsthilfe in der Produktion

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In den meisten Betrieben geht es sehr hektisch zu. Dies ist besonders in den Klein- und Mittelständischenbetrieben zu spüren. Auch ich will gar nicht abstreiten, dass es bei mir anders ist. Doch ist es sehr hilfreich Herr der Lage zu werden und sich mit kleinen Tricks zu helfen, was von Führungskräfte und Personaler sehr schnell Positiv war genommen wird.

Belastbar oder zusammenbrechen?

Da die Kleinen leider oft und schnell an die Kapazitäten ihrer Mitarbeiter angelangen, wird jeder Mitarbeiter schnell zum “Mädchen für alles”. So muss ein Kunststoffformgeber in kleinen Betrieben , Maschine und Anlagen selbst reparieren können. Immer wieder muss ich in Großbetrieben feststellen, dass die dortigen Kunststoffformgeber nicht einmal eine Schnecke wechseln können oder eben die Sicherung der Maschine wieder auf die Richtige Position drücken können. Die Schnecke wird in den meisten Großbetrieben übrigens dann von einem Mechatroniker gewechselt. Ein schönes Erlebnis hatte ich in der letzten Woche wieder. In einem fremden Betrieb sollte ich eine Abmusterung mit einen Mitarbeiter von dort durchführen. Etwas zu hektisch Schluss der Formgeber die Schutztür worauf die Sicherung dann raus flog. Die Abstellmaßnahme wäre schnell erledigt gewesen in 1 Minute (Strom abschalten > Schaltschrank auf > Sicherung wieder auf On drücken > Schaltschrank zu > Strom ein >Maschine hochfahren > Fertig). Doch anstatt dies selber zu machen zuckte  der Einrichter sofort das Telefon aus der Tasche und rief erst mal den Elektriker an. Nach 20 Min. traf dieser ein und tat genau dass selbe, was ich getan hätte und gewohnt bin. Soll aber gar nicht Thema hier sein.

Gedächtnis

Nun stelle ich immer wieder fest, dass die Kommunikation in kleineren Betrieben oftmals schwieriger ist als in einem Großbetrieb. Fast im Minutentakt werden die verschiedensten Arbeiter von ihrer Arbeit abgehalten, da Person A eine Info weiter geben möchte. Person B würde gerne den Zählerstand wissen, Person C braucht eben kurz Hilfe, …. …… . … So geht  es den ganzen Tag durch.

Ich denke eine ganze Menge von euch finden ihr Betrieb hier wieder und kennen dieses Gefühl, dass man auf einmal ganz woanders steht als an der Maschine wo man kurz vorher am Optimieren oder Einstellen war. Zurück an der Maschine haben viele Arbeiter das Problem das sie nicht mehr Wissen: Was hab ich nun nochmals an den Parameter verstellt? Was waren die Ursprungswerte? …

Einerseits kann man natürlich im Protokoll der Maschine nach schauen, welche Werte geändert wurden, vorausgesetzt dass diese Funktion in der Maschinensteuerung vorhanden ist. Andererseits kann sich die Rekonstruktion der Ursprungswerte, bei sehr vielen Parameteränderungen auch schwierig gestalten.

Notieren

Um nicht selber in den genanntrn Falle zu tappen, habe ich mir angewöhnt mit Post It zu arbeiten. Ich notiere mir, bevor ich an einem bestehenden Prozess Parameter ändere die wichtigsten Einstellungen auf einen Post It. Bzw bei Abmusterungen, wo nicht alles gleich klappt, notiere ich die zwischen Schritte und deren Auswirkungen. Auch kleine Optimierungsvorschläge direkt für das WKZ können so vorab schnell notiert werden und werden beim ausführlichen Abmusterugsprotokoll oder Prozessprotokoll nicht mehr wie so oft vergessen.

In der erste Zeit wird man natürlich von einigen Mitarbeiter belächelt, man sollte sich darum kein Kopf machen, meist sind es genau die Leute die es am meisten nötig hätten sich mal was zu notieren.

Man sollte aber auch so notiernen, das jeder X-beliebige Mitarbeiter an der Arbeit weiter machen kann, da auch gerne dann ein zweiter die eigene Arbeit beenden soll und man selber wo anders weiter machen soll.

Die für mich beste Lösung ist mit den vorhandenen Symbolverzeichniss zu arbeiten. Doch wird man schnell feststelle, dass viele Mitarbeiter Probleme mit dem Symbolverzeichnis haben. Daher werde ich morgen das www.kunststoffe.de.gg Symbolverzeichnis als PDF-Datei bereit stellen. Das Symbolverzechnis  ist  in ganz Deutschland Allgemeingültig.

Gehirnjogging

Ein ganz großen weiteren Vorteil, auch für sich selber hat das Notieren auch.  So öfter man sich Notizen macht und diese auch dann sieht umso mehr wird das Gehirn trainiert. Ehrlich! Man wird nach 2-3 Wochen schnell feststellen, dass man immer weniger Notizen braucht, da man sich einige Sachen auf einmal viel einfacher Merken kann. Doch solten Paramter trotzdem weiterhin  notiert werden auch wenn man die sich nach einigen Wochen locker Merken kann.

Nach einiger Zeit werden eine Menge Leute im Betrieb auf sie aufmerksam,  auch der eigene Vorgesetzte und Chef. Den auch wenn Leistungssteigerung unberechtigter Wiese viel zu selten Anerkennung erhalten, wird   diese Lesitungssteigerung  einem sehr Positiv angerechnet. Oftmals verknüpft mit einer Beförderung/Gehaltserhöhung.

PS: Da Post It`s keine Klebresteverursachen können die Notizen wirklich ohne Problem schnell an das Bedienfeld oder an der vorderen Schutztür befestigt werden und somit zur Maschinenschonung Beiträgt. Aufkeinen Fall würde ich kleine Zettel mit Tesafilm an der Maschinen befestigen, da je nach stärke des Tesas sehr schwierig ist die Kleberest zu enfernen.



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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