[ 8.Jun 2010 | |No Comment ]
proform 2010

Fachmesse für Stanz- und Spritzgießtechnik im innovativen Technologieverbund

Proform: Die Messe für Hybrid-Bauteile

Proform: Die Messe für Hybrid-Bauteile

Die Messe für Hybridteile aus Stahl und Kunststoffe mit den Namen “proform” öffnete heute ihre Pforten für das Fachpublikum. Die Proform bietet den Besuchern die Möglichkeit, ihre Kompetenz auf dem Sektor der integrierten Verarbeitung von Metall und Kunststoff zu vertiefen.

Auf der vier-tägigen Fachmesse für Stanz- und Spritzgießtechnik im innovativen Technologieverbund zeigen knapp 120 Aussteller aus 7 Länderinnovative Lösungen und Produkte. Die Kongressmesse ist mit einem ins Messegeschehen „eingebauten“ Vortragsprogramm konzipiert worden und thematisiert  eines der wichtigsten Innovationsfelder der Metall- und Kunststoffbranche: die Hybridtechnologie mit der integrierten Verarbeitung von Metall und Kunststoff in der industriellen Fertigung.

Beispiele aus dem Ausstellerangebot

Bihler uns sein  Partnerunternehmen ARBURG haben beispielsweise ein Konzept zur Fertigung variabler Schalter-Baugruppen entwickelt. Auf dem Bihler NC-System BIMERIC wird neben NC-gesteuerten Prozessen wie Stanzen, Biegen, Schweißen, Gewinden, Schrauben, Montieren, Beschriften zum ersten Mal auch das Kunststoff-Spritzen in den Gesamtprozess integriert. Dadurch ergeben sich neue Fertigungsmöglichkeiten und Produktionsvorteile. So macht der flüssige Inline-Prozess schnelle Produktionsdurchlaufzeiten direkt vom Rohband bis zum einbaufertigen Produkt, hohe Präzision sowie geringe Stückkosten möglich.

ARBURG selbst war bereits bei der Premiere der Proform 2008 als Aussteller vertreten. Das Unternehmen unterstrich damit frühzeitig sein „großes Interesse an der Zukunftstechnologie der Verfahrensintegration zur Herstellung von Hybridteilen aus Metall und Kunststoff“, wie es in einer aktuellen Veröffentlichung des Unternehmens heißt. In diesem Jahr demonstriert ARBURG mithilfe einer Reel-to-Reel-Anlage, wie sich Stanzen und Umspritzen von Metallteilen integrieren und automatisieren lassen. Der Vorteil der Zusammenfassung mehrerer Verarbeitungsverfahren in einer automatisierten Fertigungszelle ist auch hier, dass sich die Produktionskosten minimieren lassen, die Qualität der Fertigung aber hoch bleibt.

Auf dem Stand von Wittmann Battenfeld werden auf einer Spritzgießmaschine Metall-Einlegteile umspritzt. Die Steuerung per Roboter ist in die Spritzgießmaschine integriert. Die Metall-Einlegeteile werden aus dem Magazin vereinzelt und vorgeheizt, um Spannungsspitzen beim Umspritzen zu vermeiden. Der Roboter legt die Metallteile ein und entnimmt am Ende die fertigen Produkte: Flaschenöffner.

HASCO hat ihr Schwerpunkt auf die Beseitigung der zwei Probleme  des Hybrid-Spritzgießens gelegt. Zum einen gilt es, das Einlegeteil gratfrei zu umspritzen, um ein optisch einwandfreies und funktionssicheres Bauteil ohne aufwändige Nacharbeit zu erhalten. Zum anderen kann es vorkommen, dass gerade, wenn eine gute Abdichtung erforderlich ist, das Einlegeteil im Werkzeug beschädigt wird. Solche Beschädigungen können ein deutlicher Kostentreiber sein, insbesondere, wenn es sich um lackierte, beschichtete oder hochwertige Einlegeteile handelt. Live präsentiert der Normalienhersteller sein Flexibles Dichtelement A 4200/MurSeal® für dieses Bericht (Kunststoffreport berichtete bereits).

Das Unternehmen Hunold + Knoop zeigt als Neuheit die ersten Serienprodukte aus vernetztem TPU-X (Elastollan), welche dank einer neuartigen Fertigungstechnologie direkt innerhalb der Spritzgießmaschine hergestellt werden. Die Material- und Verarbeitungseigenschaften ermöglichen Kostenvorteile gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Gummielastomeren. Der Einsatz von TPU-X macht nach Angaben des Anbieters kurzen Prozess mit langen Prozessketten, wie sie in der Gummiverarbeitung bisher unumgänglich waren. In nur einem Arbeitsschritt wird der Werkstoff durch eine so genannte reaktive Online-Vernetzung zum Fertigteil.

Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid schließlich präsentiert Exponate und Innovationen aus den Bereichen  Umspritzung von RFID-Einheiten, Dichtigkeitsprüfungen an Hybridbauteilen, Haftvermittler  für hybridtechnische Anwendungen,  haftungsmodifizierte Kunststoffe, Umspritzen von Rundleitern und spritzgießtechnische Verbindung von Glas und Kunststoff. Von besonderem Interesse für die Fachbesucher dürften die neuen Verbundprojekte zum Um- und Hinterspritzen von Glas sein.

60 Prozent aller Stanzteile sind mit Kunststoff verbunden

Die Verfahrensintegration ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen für die produzierende Industrie. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt sucht meistens nach technischen Lösungen, um die besonderen Eigenschaften der komplementären Werkstoffe Metall und Kunststoff miteinander zu verbinden. Der Materialvorteil von Kunststoff ist das geringe Gewicht und die bessere Isolation. Bei Metall stehen die hohe Steifigkeit sowie die Leitfähigkeit im Vordergrund. Beide Werkstoffe ergänzen sich ideal. Schon heute sind 60 Prozent aller Stanzteile mit Kunststoff verbunden. Die Verfahrensintegration nutzt additiv die jeweiligen Vorteile der Werkstoffe. Unternehmen erschließen sich enorme Potenziale zur Steigerung der eigenen Wirtschaftlichkeit, wenn sie es schaffen, den Metall- und Kunststoffverbund ihrer Bauteile intelligent in einer Fertigungslinie zu realisieren.

Man geht davon aus, dass durch moderne Integrationsprozesse Fertigungskosten im Schnitt um 20-40 Prozent reduziert werden können. Wichtig dabei sind die stabilen, sprich fehlerfreien Abläufe. Das bedeutet weniger Kosten für die Kunden und einen klaren Wettbewerbsvorteil



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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