[ 13.Jun 2011 | |No Comment ]
Werkstoffprüfung

Glühdraht-Prüfung: Prüfung des Flammverhaltens von Kunststoffen und Bauteilen

Halbautomatisches Prüfsystem 'roboTest X' von der Firma Zwick für die Glühdraht-Prüfung. (Foto: Zwick GmbH & Co. KG)

Halbautomatisches Prüfsystem 'roboTest X' von der Firma Zwick für die Glühdraht-Prüfung. (Foto: Zwick GmbH & Co. KG)

Dieser Beitrag ist ein Gastarikel der Zwick Roell Gruppe. Das Familienunternehmen ist weltweit führend in der Material- und Bauteilprüfung und liefert mit innovativen Produktentwicklungen für höchste Anforderungen – sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Qualitätssicherung von mehr als 20 Branchen. Weitere Informationen auf www.zwick.de

Für die Verwendung von Kunststoffen in der Elektro-Industrie ist die Glühdraht- Prüfung eine der wichtigsten brandtechnischen Untersuchungen. Sie simuliert die Überhitzung von Drähten oder Bauteilen wie z.B. Widerständen oder Kondensatoren. Die Haushaltsgeräte-Norm IEC 60335-1 beispielsweise fordert diese Prüfung für verbaute Kunststoffe und Bauteile in unbeaufsichtigt laufenden Geräten wie Waschmaschine, Spülmaschine, usw. da hier trotz sachgemäßer Verwendung Defekte mit schwerwiegenden Folgen auftreten können. Zwick hat für diesen Zweck ein halbautomatisches Prüfsystem entwickelt.

Bei den Glühdraht-Prüfungen wird mittels eines glühenden Drahtes der auf einen Prüfling aus Kunststoff drückt das Flammverhalten ermittelt. Das Ergebnis geht dann als charakteristischer Kennwert in die Eigenschaft des Kunststoffes ein.

Es gibt zwei in der EN 60695-2 normierte Prüfmethoden zur Glühdraht-Prüfung:

Erste Prüfmethode ist der GWFI Glow-Wire-Flammability-Index bei dem die sogenannte Entflammbarkeitszahl ermittelt wird. Aus dieser Kennzahl wird abgeleitet inwiefern eine Flamme erlöscht, wenn dem Material nach andrücken des Glühdraht diese Zündquelle wieder entzogen wird sowie parallel auch keine brandgefährdenden Teilchen (z.B. Tropfen) absondert. Beispiel für eine 2 mm dicke Probe bei 775 °C: GWIT: 775 / 2,0.

Zweite Prüfmethode ist der GWIT Glow-Wire-Ignition-Temperature. Hier wird die Entzündungstemperatur ermittelt. Sie besteht aus der höchsten Temperatur, die während drei aufeinander folgenden Prüfungen keine Entzündung durch den glühenden Draht verursacht. Beispiel für eine 4 mm dicke Probe bei 850 °C: GWFI: 850 / 4,0.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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