[ 8.Apr 2011 | |No Comment ]
Großbrand:

60 Tonnen Kunststoff in Flammen bei Röchling Automotive

In Peine ist Mittwochmittag ein Großbrand in der Firma Röchling (ein kunststoffverarbeitender Betrieb, Automobilzulieferer) ausgebrochen. In einer Lagerhalle waren rund 60 Tonnen Kunststoffgranulat in Flammen aufgegangen – meterhohe Flammen schlugen in den Himmel. Die riesige Rauchsäule ist schon aus 9 Kilometern Entfernung zu sehen. Die Bevölkerung wurde über Rundfunkdurchsagen gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Brand ein ca. 1.200 Quadratmeter großes Außenlager völlig zerstört. Ein Mitarbeiter der Firma bemerkte die starke Rauchentwicklung und informierte die Feuerwehr.

Durch das Können, die Umsicht und die Professionalität aller Beteiligten konnte der Brandherd eingegrenzt, unter Kontrolle gehalten sowie ein Überschlag der Flammen auf andere Gebäude verhindert werden.Insbesondere die elektrische Verteileranlage, welche nicht nur für die Strom-versorgung von Röchling Automotive zuständig ist, sowie die im Abstand von ca. 15 Metern aufgestellten acht Kunststoff – Siloanlagen, blieben von einem Brandüberschlag verschont. Die Löscharbeiten waren in allen Belangen erfolgreich. Zwar ist die Lagerhalle komplett abgebrannt, jedoch konnte das komplette Umfeld geschützt und er­halten werden.

Die Brandursache wird weiter untersucht. Vermutlich wurde der Brand durch eine Fehlfunktion im elektrischen Verteilerkasten ausgelöst.

In der abgebrannten Lagerhalle wurden Fertigteile und Halbzeuge aus Kunst­stoff sowie die zur Herstellung dieser Artikel benötigten Granulate in Sackware und Oktabins gelagert.

Der Warenwert dieser Artikel kann nach heutigen Er­kenntnissen mit ca. 1 Mio. Euro beziffert werden. Fertigteile und Halbzeuge wurden in teils kundeneige­nen Versandboxen gelagert, welche mitsamt den Hallenwän­den den Flammen zum Opfer fielen. Versandboxen und Granulate müssen nach-beschafft werden, Halb- und Fertigteile sind neu zu produzieren.

Der Wiederaufbau der Versandhalle wird innerhalb der nächsten fünf Monate realisiert und wird Baukosten in Höhe von ca. 400.000 Euro verursachen.

Durch den Brand fiel die letzte Stunde der Frühschicht aus. Die Mitarbeiter wurden eva­kuiert. Ebenfalls musste die Spätschicht zu großen Teilen abgesagt werden, so dass ein Produktionsausfall von ca. 10 Stunden entstand.

Der Gesamtschaden wird nach heutiger Einschätzung in einer Größenordnung von ca. 2 Mio. Euro liegen.

Für einen Automobilzulieferer ist es besonders wichtig, dass die Versorgung der Montagebänder der Kunden nicht gefährdet ist. Sollte es hier zu Ausfällen, also kompletten Bandstillständen kommen, so wäre mit Schadensanmeldungen von ca. 2.000 Euro pro Minute je stillgelegtem Band zu rechnen. Um derartige Auswirkungen zu vermeiden hat Röchling Automotive – wie auch andere Au­tomobilzuliefe­rer – Vorbeugemaßnahmen implementiert, welche Lieferstö­rungs-Auswirkun­gen vermei­den können.

„Durch das Vorhalten von Sicherheitsbeständen und Notfallkonzepten sowie durch die Flexibilität der Mitarbeiter wird es gelingen, die durch den Brand entstan­denen Probleme ohne Auswirkungen auf die Kunden zu lösen“, so Ulrich Mauss.

Er erläutert weiter: „Für heute und morgen ist die Lieferfähigkeit abgesichert. Auch die bei einigen Kunden stattfindende Produktion am Samstag kann be­dient werden. Für einige wenige Produkte sind Sondertransporte und Sonder­maßnahmen erforderlich; insgesamt kann bei Röchling jedoch weiter produ­ziert und im JIT-Verfahren (Just- in-time) geliefert werden“.

Besonders betont er: „Wir möchten uns nochmals für die Hilfe, die wir von Seiten der Feuerwehr, der Polizei und deren Pressesprecher, den Anwohnern und der Stadt Peine erhalten haben, bedanken. Unser Dank gilt jedoch auch und insbesondere unseren Führungskräf­ten, Mitarbeitern und Betriebsräten, die umsichtig und engagiert gehandelt haben“.

In den nächsten Tagen und Wochen wird Röchling Automotive weiterhin zügig und intensiv daran arbeiten, die Schadensauswirkungen des Brandes mög­lichst gering zu halten.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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