[ 5.Okt 2012 | |No Comment ]
inject2blow

Spritzgießen und Blasformen in einem

Beim inject2blow Verfahren werden die Preforms unmittelbar nach dem Spritzguss im selben Werkzeug zum fertigen Produkt weiterverarbeitet. (Bild:CANTONI)

inject2blow ist ein neues Verfahren, dass den Spritzgieß- und Blasformprozess in einem gemeinsamen Werkzeug auf einer Spritzgießmaschine vereint. Es reduziert damit erheblich den Kosten- und Zeitaufwand in der Herstellung von Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelbehältern. Der bisher konventionelle und arbeitsaufwenidge zwei Stufenprozess entfällt.

Mit den inject2blow Verfahren, dass von ENGEL AUSTRIA und CANTONI gemeinsam Entwickelt worden ist, setzen sie in Sachen Prozessintegration neue Maßstäbe.

Mit einer Zykluszeit von unter 14 Sekunden für die Herstellung von Weithalstiegeln auf einer ENGEL victory Spritzgießmaschine mit 90 Tonnen Schließkraft in einem 2+2-fach-Werkzeug von CANTONI, Abbadia Lariana/Italien, ist die Fertigungseffizienz von inject2blow mit herkömmlichen Verfahren nicht zu schlagen.Während üblicherweise zunächst mittels Spritzguss Preforms gefertigt und diese in einem zweiten nachfolgenden Prozess auf einer Blasformmaschine zum Endprodukt weiterverarbeitet werden, liefert das neue Verfahren einsatzfertige Kleinbehälter in einem Arbeitsgang und in einem Werkzeug. Bislang war ein solches integriertes Verfahren am Markt nicht verfügbar.

Weitere Vorteile der Prozessintegration sind geringere Anlageninvestitionskosten, ein kleinerer Anlagenfootprint, eine höhere Anlagenverfügbarkeit, eine einfachere Qualitätskontrolle und keine Einschränkung durch Schließkraft-Obergrenzen. Im inject2blow Verfahren lässt sich ein breites Spektrum an Thermoplasten verarbeiten, von Polyethylen und Polypropylen über Polycarbonat bis zu PET.

Eine Steuerung, eine Maschine, ein Produkt

ENGEL und CANTONI liefern die integrierten Fertigungsanlagen aus einer Hand. Diese umfassen außer der ENGEL-Spritzgießmaschine, ein CANTONI-Schiebetischwerkzeug sowie einen ENGEL viper Linearroboter zum Entformen der Fertigteile. Sowohl der Spritzgieß- als auch der Blasformprozess werden über die CC 200-Steuerung der ENGEL-Spritzgießmaschine visualisiert, kontrolliert und geregelt. Das heißt, der Maschinenbediener im Spritzgießbetrieb muss sich nicht in eine neue Technologie einarbeiten, sondern wird von der ihm vertrauten ENGEL-Steuerung intuitiv durch den kombinierten Spritzgieß- und Blasformprozess geführt.

In den Fertigungszellen kommen auf die Anwendung abgestimmte Spritzgießmaschinen der Baureihen ENGEL victory und ENGEL e-victory zum Einsatz, die aufgrund ihrer holmlosen Schließeinheit viel Freiraum für das Schiebetischwerkzeug bieten. Da die Werkzeugaufspannplatten der holmlosen Maschinen bis an den Rand und zum Teil sogar darüber hinaus genutzt werden können, passen große Werkzeuge auf vergleichsweise kleine Spritzgießmaschinen. So richtet sich die Maschinengröße nach der benötigten Schließkraft und nicht länger nach der Größe und dem Bewegungsradius des Werkzeugs, was die Investitions- sowie die Betriebskosten niedrig hält. Zudem vereinfacht der barrierefreie Zugang zum Werkzeugraum die Automatisierung, da der Roboter ungehindert direkt von der Seite aus zugreifen kann.

Minimaler Energieverbrauch, maximale Flexibilität

Verpackungsbehälter für Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelprodukte lassen sich mittels inject2blow auch in kleinen Losgrößen wirtschaftlich herstellen. (Bild:CANTONI)

Der integrierte Prozess zeichnet sich durch ein hohes Maß an Energieeffizienz aus. Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Aspekte. Zum Ersten müssen die Preforms im Gegensatz zum herkömmlichen, zweistufigen Fertigungsverfahren vor dem Blasformen nicht erneut aufgewärmt werden. Zum Zweiten erreichen die ENGEL victory und e-victory Maschinen durch ecodrive, die Energiesparoption für hydraulische ENGEL-Spritzgießmaschinen, Verbrauchswerte, die sich mit denen vollelektrischer Maschinen messen lassen. Mit der Servohydraulik ecodrive ausgestattete hydraulische Spritzgießmaschinen benötigen – je nach Maschinentyp und Anwendung – zwischen 30 und 70 Prozent weniger Energie als vergleichbare Maschinen ohne Energiesparoption.

Trotz des hohen Prozessintegrations- und Automatisierungsgrads erweisen sich die Fertigungszellen im Betrieb als sehr flexibel. Kavitäteninserts vereinfachen den Produktwechsel und machen die Herstellung kleiner Losgrößen wirtschaftlich. Da der inject2blow Prozess auf Standardspritzgießmaschinen basiert, lässt sich die Anlage auch mit Werkzeugen für klassische Spritzgießprodukte auslasten.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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