[ 25.Mai 2011 | |No Comment ]
Nachbericht

KraussMaffei Competence Forum – Hochwertiges Maschinenprogramm mit viel Know-how

Im Rahmen seines KraussMaffei Competence Forum 2011 präsentiert der Münchner Maschinenbauer seinen Kunden viele neue Highlights. Im neuen Technikum konnten die Kunden über 25 Maschinen und Anlagen der Reaktions- und Spritzgießtechnik bestaunen. In weiteren Hallen wurden u.a. zwei neue vollelektrische Spritzgießmaschinen der AX- und EX-Baureihe präsentiert, wie auch neue Innovationen im Rohrextrusionsbereich. Des Weiteren wurde auch der neue Mobile Assistant Kunden vorgestellt, der mittels eines Smartphones jederzeit und ortsunabhängig einen Zugriff auf wesentliche Kennzahlen der eigenen Produktionsmaschinen ermöglicht.

Extrusion -KraussMaffei Berstorff präsentierte mit seinen Anlagen wie die Produktivität und Einsatzflexibilität gesteigert werden kann

KraussMaffei Berstorff präsentierte Anlagen zur Verarbeitung hochwertiger Materialien und zur Produktivitätssteigerung in der Rohrextrusion. Außerdem konnten sich die Besucher über platzsparende und flexible Konzepte zur UPVC- Fensterprofilextrusion informieren. Mit seiner technologisch hochwertigen Anlagentechnik und seiner energieeffizienten und materialsparenden Maschinentechnik überzeugte der Maschinenbauer Kunden und Besucher.

Konischer Doppelschneckenextruder KMD 63 K/R mit Rohrkopf RKW 30-25-PE-Xa der Firma KraussMaffei Berstorff.

Live erleben konnten die Besucher die Produktion von vernetzten PE-Xa Rohren auf einer Rohrextrusionsanlage. „Wir bieten den Produzenten ein komplettes Linienkonzept aus einer Hand und liegen mit unserer Technologie im allgemeinen Trend nach hochwertiger Anlagentechnik mit einem gutem Preis-Leistungs-Verhältnis“, betont Dr. Hans Ulrich Golz, Mitglied der Geschäftsleitung der KraussMaffei Technologies GmbH. Herzstück der Linie ist der konische Doppelschneckenextruder KMD 63 K/R mit dem Rohrkopf KM-RKW 30-63 PE-Xa und Infrarot-Vernetzungsofen. So werden peroxidisch vernetzte PE-Rohre mit einem Durchmesser von 63 mm der SDR-Klasse 7,4 bei einer Durchsatzleistung von bis zu 130 kg/h produziert. „Die Verfahrenseinheit des Extruders und die Schmelzeführung im Rohrkopf ist exakt auf den speziellen Produktionsprozess ausgerichtet, bei dem eine Mischung aus unvernetztem PE-Xa, Peroxid und Stabilisator verarbeitet wird“, erläutert Dr. Jens Liebhold, Leiter Geschäftsbereich Extrusionstechnik der KraussMaffei Technologies GmbH. Die chemische Vernetzung der PE-Rohre erfolgt durch Infrarotstrahlen während laufender Produktion. Das Endprodukt besticht durch eine gleichbleibend perfekte Qualität mit konstant hohem Vernetzungsgrad. In einem zweiten Arbeitsschritt können die PE-Xa-Rohre auf KraussMaffei Berstorff Anlagen in einem kontinuierlichen Verfahren mit PUR-Isolation umschäumt oder im Inline-Verfahren mit einer Aluminiumschicht versehen werden.
Technologie der Kühlstreckenverkürzung steigert Produktivität

Ein weiterer Höhepunkt ist die erstmalige Live-Demonstration des IPC (wir berichteten), einem hochwertigen System zur Rohrinnenkühlung (Internal Pipe Cooling). Gezeigt wird diese an einer laufenden PO-Rohrextrusionsanlage mit dem Einschneckenextruder KME 75- 36 B/R und dem neu entwickelten Rohrkopf KM-RKW 33-160-IPC. „Aktuelle Aufträge aus den USA und Europa zeigen eine sehr hohe Akzeptanz der Technologie bei unseren Kunden“, freut sich Michael Hofhus, Leiter der Produktgruppe Rohrextrusion der KraussMaffei Technologies GmbH. Mit der IPC-Technik reduzieren die Produzenten auf sehr einfache und effektive Weise Energie, da das System mit reiner Umgebungsluft arbeitet und keine besonderen Kühlmedien notwendig sind. Insbesondere bei der Produktion von dickwandigen Rohren bietet diese innovative Technologie den Rohrherstellern erhebliche Effizienzvorteile, da die Investitionskosten in neue Anlagen durch eine Kühlstreckenverkürzung um bis zu 40 Prozent drastisch gesenkt und auch der Platzbedarf erheblich reduziert werden kann. Alternativ kann die Ausstoßleistung einer vorhandenen Anlage ohne eine üblicherweise damit einhergehende Kühlstreckenverlängerung um bis zu 60 Prozent gesteigert werden. Eine mit vielen Nachteilen verbundene seitliche Einspeisung der Schmelze ist mit IPC nicht notwendig. Ohne Umlenkung wird die Schmelze vom Extruder zentral in den Rohrkopf befördert.

 

Spritzgießen – Zwei neue vollelektrische Spritzgießmaschinen und mobile Servicelösungen

Als neue Baugröße ergänzt die EX 200-1400 mit 2000 kN Schließkraft die EX-Baureihe. Die Maschine überzeugt mit ihrer Leistungsstärke, hohen Schnelligkeit und der kompromisslosen Auslegung auf Sauberkeit und ist somit ideal für eine präzise und wirtschaftliche Produktion in der Medizin- und Verpackungsbranche geeignet. Der einzigartige Z-Hebel sorgt für schnelle Werkzeugbewegungen der Schließseite, direkte Wirkprinzipien des Plastifizier- und Einspritzantriebs garantieren höchste Prozessgenauigkeit. Vollständig gekapselte Antriebe und ein wassergekühlter Motor sichern ein reines Produktionsumfeld.

Neue KraussMaffei Spritzgießmaschinen der AX-Baureihe ermöglichen die präzise und effiziente Fertigung unterschiedlichster Formteile.

Neue KraussMaffei Spritzgießmaschinen der AX-Baureihe ermöglichen die präzise und effiziente Fertigung unterschiedlichster Formteile.

„Mit unserer CleanForm GMP – Lösung bieten wir unseren Kunden einen handfesten Mehrwert. So können die Herstellungskosten um bis zu 25 Prozent gesenkt werden, indem beispielsweise die hergestellten Teile direkt nach der Entnahme in eine Sterilverpackung übergeben werden und so auf eine nachträgliche Sterilisation verzichtet werden kann“, sagt Dr. Karlheinz Bourdon, der für die Spritzgießtechnik verantwortliche Geschäftsführer von KraussMaffei.
Die EX 200 kann mit Spritzeinheiten von SP380 bis SP1400 ausgerüstet werden und ist somit für die Herstellung kleiner Präzisionsteile ebenso geeignet wie zur Produktion im Hochleistungssegment mit hohem Schussgewicht und Materialdurchsatz bei kurzer Zykluszeit. Auf dem Competence Forum werden als Beleg für die Anwendungsstärke in einer Produktionszelle mit einem Seitenentnahmeroboter SR 80 Einweg-Kaffeebecher aus Polystyrol in einer Zykluszeit von weniger als 4 Sekunden hergestellt.

Effizienz und Präzision für technische Teile – die AX-Baureihe
Die Produktion technischer Bauteile im Bereich Elektro/Elektronik und in der Automobilindustrie erfordert eine ressourceneffiziente Fertigung bei hoher Wiederholgenauigkeit. Auf diese Anforderungen sind die Spritzgießmaschinen der AX-Baureihe perfekt zugeschnitten. Erstmals stellt KraussMaffei die AX 350-1400 aus dem 21 Typen umfassenden AX-Baukasten der Öffentlichkeit vor. Der optimierte Doppel-Kniehebel, effiziente Servomotoren und eine leichtgängige Mechanik gewährleisten den vorbildlichen Wirkungsgrad der Maschine. Mit Einsatz einer AX-Maschine kann eine Reduktion des Energieverbrauchs um bis zu 60 Prozent realisiert werden. Zukunftsweisende Regeltechnik und absolute Positionsgenauigkeit sichern die präzise Formgebung bei hoher Dynamik. Die AX-Baureihe bietet damit optimale Vorraussetzungen für eine effiziente und präzise Fertigung und erlaubt dem Verarbeiter flexibel, sicher und vor allem bei geringeren Stückkosten zu produzieren – auch bei langsam laufenden Anwendungen. Produziert wird auf dem Competence Forum ein Design-Tablett, das mit einem Linearroboter LRX150 entnommen wird. Dieser fährt das Tablett an einem Etikettenspender entlang, mit dem ein Label aufgebracht wird.

 

 

Mit dem Mobil Assistant weltweit die eigene Produktion im Blick

„Vollständige Prozesstransparenz im eigenen Haus ist ein Wettbewerbsvorteil, den Kunststoffverarbeiter zu ihren Gunsten nutzen sollten. Der neue Mobile Assistant unterstützt sie genau dabei“, betont Bourdon. Ob ein Überblick über aktuelle Zykluszeiten, Ausschussraten oder Nutzungsgrade der Produktionsmaschinen: KraussMaffei bietet seinen Kunden ab sofort mit dem Mobile Assistant eine zeitgemäße Lösung, um per Smartphone jederzeit die neuesten Kennzahlen aus der Produktion abzurufen. Der Mobile Assistant verbindet einfache Bedienung mit einer übersichtlichen Darstellung der vom Kunden selbst festzulegenden Parameter. Entwickelt hat KraussMaffei die Applikation in Kooperation mit dem Softwarepartner T.I.G. Technische Informationssysteme GmbH aus Rankweil/ Österreich. Auf dem KraussMaffei Competence Forum sind alle Spritzgießmaschinen damit ausgerüstet um den Besuchern die Leistungsfähigkeit zu demonstrieren. Sollte doch einmal die Produktion nicht den Erwartungen entsprechen demonstriert der Service von KraussMaffei wie mit Teleservice und Fernwartung den Kunden weltweit schnell und sicher geholfen werden kann. Die im Technikum installierte Lösung garantiert nicht nur schnellen Zugriff auf die Maschinen in der Produktion, sondern sichert dabei auch die Daten der Kunden und erfüllt alle Anforderungen an heutige Sicherheitsstandards von Firmeneigenen IT-Netzwerken.

 

Umfassende Kompetenz für Leichtbauanwendungen mit faserverstärkten Kunststoffen

In seinem neu eröffneten Technikum präsentiert KraussMaffei seinen Kunden über 25 Maschinen und Anlagen der Reaktions- und Spritzgießtechnik. Zu sehen ist das umfassende KraussMaffei Know-how über die gesamte Prozesskette, von der Vorbereitung bis zur Nachbearbeitung, einbaufertige Formteile sowie die Darstellung der Kompetenz über die ganze Projektlaufzeit, von der ersten Idee bis zur Serienproduktion. Schwerpunktthema im Bereich der Reaktionstechnik ist der automobile Leichtbau mit faserverstärkten Kunststoffen.

 

Leichtbau mit Kunststoffen für die mobile Zukunft

Kompakte Produktionszelle für Elektonikverguss aus Spritzgießmaschine AX mit Linearroboter, RimStar Nano und Kleinmengenmischkopf.

Kompakte Produktionszelle für Elektonikverguss aus Spritzgießmaschine AX mit Linearroboter, RimStar Nano und Kleinmengenmischkopf.

Ein wesentlicher Vorteil für Leichtbauanwendungen ist die Herstellung eines kohlefaserverstärkten Bauteils (CFK) im HD-RTM Verfahren (Hochdruck- Resin Transfer Molding) mit allen Arbeitsschritten über die gesamte Prozesskette. Diese beginnt beim Konfektionieren der Fasern und der Herstellung der trockenen Faserpreforms. Diese werden in ein speziell von KraussMaffei konstruiertes und gefertigtes Werkzeug eingebracht. „Für uns besonders interessant ist dabei die Konstruktion des Formenträgers vom Typ MX600 mit Komponenten der Spritzgießtechnik“, erklärt Frank Peters, Geschäftsführer bei KraussMaffei Technologies GmbH. „Mit diesem Modularkonzept nutzen wir bewährte Bauteile und die Vorteile aus der Spritzgießmaschinen-Serienfertigung, um anwendungsspezifische Lösungen zu bauen“. Die Kunden spüren den Vorteil anhand einer hochwertigen Technik und in kürzeren Lieferzeiten der ausgereiften Maschinen, beispielsweise den zentralen Formenträger unserer HD-RTM Anlage. Dazu gehört eine RimStar Thermo Misch- und Dosiereinheit, mit einer weltweit neuartigen Edelstahl-Pumpe aus Münchener Eigenfertigung, die den RTM Hochdruckmischkopf versorgt. Dieser vermischt die Komponenten in Hochdrucktechnik, dosiert internes Trennmittel zu und bringt den Matrixwerkstoff mit niedrigen Drücken in die Form ein. Im geschlossenen Werkzeug werden die Kohlefasern mit dem Harz durchtränkt, anschließend erfolgt die Aushärtung in einer Taktzeit von unter 4 Minuten. Danach werden die CFK Teile entnommen und der Fertigbearbeitung in einer Fräszelle vom Typ RoutingStar zugeführt. CFK gerechte Schneidwerkzeuge und ein optimierte, Patentgeschützte Absaugung innerhalb des Fräskopfes verringern Staub und Verschmutzung der Bauteile. Des Weiteren sehen die Kunden und Besucher eine FiberForm-Anlage, die thermoplastische Faserverbundbauteile mit Organoblechen fertigt sowie das Spritzgießen von Bauteilen aus BMC für die Metallsubstitution.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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