[ 14.Feb 2011 | |No Comment ]
Reportage

Kunststoff macht sexy Valentinstag möglich

Plakate überall wohin man schaut. Umworben werden die neuesten Mode-Trends. Liftfaßsäulen mit rekelnden Models in erotischen Unterwäsche. Und seit zwei Wochen überall Hinweise für den heutigen Valentinstag. Sicherlich stellen Sie sich die Frage: Was hat das mit Kunststoffe zu tun? Eine ganze Menge!

So sieht es auch der amerikanische Chemie-Verband und hat sich mit zahlreichen führende Unternehmen aus der Auto-, Technik-, und auch der Modebranche zu der Kampagne “Plastic Make It Possible” (zu dt: Kunststoffe machen es möglich) zusammengeschlossen. Denn in jedem guten Design spielen Kunststofffasern die bedeutendste Rolle.

Kunststoffe machen sexy Mode möglich. Foto: plasticsmakeitpossible.com

Kunststoffe machen sexy Mode möglich. Foto: plasticsmakeitpossible.com

Plastic Make It Possible will aufzeigen welche Schlüsselrolle Kunststoffe in unsere heutige Welt haben. Als auch das Bewusstsein für den entstehenden Müll und die Möglichkeit durch Recycling aufzuzeigen- Mit vielen Kampagnen werden in den verschiedensten Bereichen groß Events veranstaltet. So auch wieder am Valentinstag. Es wird eine große Fashion-Show geben und Mode aus reinen Kunststoff gezeigt.

Kunststoffe tauchen überall auf – ob Polyester bei Oberbekleidung, Spandex für Kunstpelz und Kunstseide, Nylon für Damenstrumpfhosen und die ganzen anderen Schönheitsprodukte – Kunststoffmaterialien sind überall zu finden. Und mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt: Dessous, wird sicherlich am Valentinsabend dem ein oder anderem ein weiterer Positiver Punkt der Kunststofffasern auffallen.

Gleichzeitig ist vielen nicht bewusst, dass Kunststoffe die Weiterentwicklung von Damenunterwäsche und Mode, so wie wir sie heute kennen, erst möglich gemacht haben. Aus diesem Grund schauen wir uns die Geschichte der Dessous heute genauer an. Und am Ende des Beitrages werden Sie feststellen ohne Kunststoff wäre der heutige Valentinsabend nicht möglich, in dieser Form nicht möglich.

Die Geschichte des BH`s und der Nylonstrümpfe

Die Frau von heute schätz den heutigen Büstenhalter insbesondere durch seinen Funktion den Busen zu unterstützen und somit die Gewichtskraft auf den Rücken zu verringern. Diese Bequemlichkeit gibt es nicht sehr lange. Und erst die Erfindung des Kunststoffgummibands ermöglicht das heutige Design und Tragekomfort zu gestalten.

Auffällig viele Patenanmeldungen für die ersten Vorgänger des modernen Büstenhalters gab es zwischen 1888 und 1912. Ungeachtet dessen konnte sich keiner der Patenanmeldungen richtig durchsetzen. Der Grund war, dass die ersten Schritte des “modernen” BHs mehr unbequem waren als eine Unterstützung für die Frau. Die meisten Modelle bestanden aus Riemen, die sich umgebunden wurden. Er flachte nicht nur den Busen ab, sondern hatte auch Schmerzen zur Folge.

1914 wurde jedoch erstmalig der wirklich “moderne” Büstenhalter von Mary Phelps-Jacob zum Patent angemeldet. Sie designte einen BH aus zwei Tüchern und einigen Bändern – ein Wäschestück der Ihre Brüste zwar nur verdeckte, aber den Grundstein für die heutzutage bekannte Form und Funktion legte.

Zur Zeit des Ersten Weltkriegs löste das neue Kleidungsstück von Mary Phelps-Jacob endgültig das als unbequem empfundene Korsett ab. Die ersten Modelle bestanden aus Leinen; ab den 1920er Jahren wurden sie auch aus Seide, Musselin oder Batist hergestellt. Doch gab es immer wieder Fehlgriffe. So wurde zwischenzeitlich ein Gummi verwendet, ähnlich wie bei OP-Handschuhe, die extreme Hautausschläge bei den Frauen entstehen ließen. Grund war, dass die Haut durch das extrem feste Gummi nicht atmen konnte.

Zeitgleich träumten auch die meisten Frauen von bequemeren Frauenstrümpfe. Die Alten aus Seide wurden zwar getragen, aber sie kratzten, um nur ein Nachteil von vielen aufzuzeigen.

Auch Sie wurden erlöst. Dank Kunststoff. Gegen Ende der 1930er Jahre kam die Innovation des heutigen allgegenwärtigen Materiales, dass nicht nur die Modewelt und die Damenunterwäschewelt revolutionierte.

Im Jahr 1935 entwickelte Wallace Hume Carothers (Forschungsleiter des US-amerikanischen Chemiekonzerns E.I. du Pont de Nemours & Co. – kurz: DuPont) die erste Nylonfaser auf der Basis von Kohle, Luft und Wasser. Der heutige Handelsname “Nylon®” gib es bis heute noch und wird noch immer von DuPont vertrieben. Nylon® ist ein Polyamid, ähnlich wie “Perlon®” – das sich nur leicht von Nylon unterscheidet.

Die weitere Entwicklung blieb nicht stehen. Der Büstenhalter erhielt kurz darauf das Material der zum absoluten Durchbruch verhalf. Das Material Lycra® wurde 1958 entwickelt. Lycra ersetzte das bisher verwendete Gummi und beschaffte den BH alle Vorteile, die sich Frauen erhofften und auch noch heute kennen.

Der erste Nylonstrumpf wurde am 15.Mai 1940 verkauft. Innerhalb weniger Stunden waren alle 5 Millionen produzierten Nylonstrümpfe ausverkauft und der große Teil der amerikanischen Kundinnen gingen leer aus. Noch immer wird dieses historische Datum in der Modewelt als der “N-Day” geehrt.

Beim Angriff auf Pearl Harbor wurden die Damen-Nylon-Strümpfe sogar zu einem wichtigen Kriegsgut.

Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen. Derzeitig erscheinen die ersten Bio-Fashion Modelinien. Ende letzten Jahres gab es sogar die erste Bio-Kunststoff-Fashion-Week in New York.

Mal schauen, was uns die Zukunft noch so bringt.

Und allen Lesern ein versüßten Valentinstag mit der Kunststofffaser.

Kaley Cuoco From The Big Bang Theory Launches Nationwide Fashion Design Competition at Fresh Faces in Fashion from Plastics Make it Possible on Vimeo.



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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