[ 18.Feb 2011 | |No Comment ]
Die Kunststoff-Stadt:

Troisdorfer Kompetenz in Kunststoff wird gefördert

Der Beitrag hier ist ein Gast-Artikel von der Stadt Troisdorf. Troisdorf zählt zu einen der bekanntesten Kunststoffhochburgen in Deutschland. Die bekannteste Kunststofftechniker-Schule befindet sich ebenfalls in Troisdorf. Die Stadt liegt rechtsrheinisch zwischen Köln und Bonn in Nordrhein-Westfalen.

Das erste Kunststoff-Fensterprofil der Welt, der weltweit erste PVC-Bodenbelag, eine der ersten Kegelkugeln und leichtere Reisekoffer aus Kunststoff, statt aus Leder – diese Erfindungen finden Ihren Ursprung im ehemaligen Werksgelände der Dynamit Nobel und heutigem IndustrieStadtpark in Troisdorf! Die Troisdorfer Kompetenz in Kunststoff soll jetzt gefördert werden.

Schon in den 30er Jahren wurde er entwickelt, aber erst nach dem 2. Weltkrieg wur­de er zum Renner: der MIPOLAM-Bodenbelag. Beinahe jede Schule, Krankenhaus, Amtsstube und Behörde wurde damit ausgelegt. Mit frischen Farben und nahezu un­verwüstlich tut er manchmal heute noch seinen Dienst. Im Jahre 1954 stellte die Dynamit Nobel das erste in Serie hergestellte Kunststoff-Fensterprofil der Welt vor.

Auch außerhalb des Werksgeländes der Dynamit Nobel entwickelten sich in Trois­dorf Unternehmen der Kunststoffbranche, wie z.B. die heute global präsente Unternehmensgruppe Reifenhäuser, die als Handwerksbetrieb in Troisdorf begann und derzeit weltweit 1.250 Beschäftigte (850 in Troisdorf) zählt. Insgesamt sind nach heutigem Stand ca. 50 Unternehmen der Kunststoff-Branche in Troisdorf ansässig, jederachtesozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeitet in einem Troisdorfer Betrieb, der sich mit dem Thema Kunststoff befasst.

Nach der Blütezeit in den 50 er/ 60er Jahren entwickelten sich die Aktivitäten im Bereich der Kunststoffverarbeitung auf dem ehemaligen Werksgelände der Dynamit Nobel rückläufig. Große ansässige Unternehmen reduzieren die Anzahl Ihrer Mitarbeiter bis hin zur gänzlichen Schließung einzelner Produktionen.

Die Kunststoff-Stadt Troisdorf wird seinen Standort festigen.

Die Kunststoff-Stadt Troisdorf wird seinen Standort festigen.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die TROWISTA das Ziel, diese Kompetenz der Stadt Troisdorf im Kunststoffbereich weiter zu entwickeln, die bereits im Stadtgebiet angesiedelten Unternehmen zielgerichteter zu unterstützen und die vorhandenen Kompetenzen durch Neuansiedlungen innovativer und zukunftsorientierter Unternehmen, die die Anwendung von Kunststoffen und deren Verarbeitung unter ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll anstreben, treffsicher zu ergänzen. Durch eine Fokussierung auf Forschung und Innovation kann die langfristige Absicherung von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen unter umweltverträglichen Gesichtspunkten, die Neugründung innovativer Unternehmen und die Absicherung bestehender Unternehmen erreicht werden.

Es fanden bereits Befragungen und Workshops zur Weiterentwicklung des regiona­len Kunststoffprofils statt, die durch regelmäßige Veranstaltungsreihen und Newslettern zum Thema „Kompetenzzentrum Kunststoff“ ergänzt werden. Themen dieser Veranstaltungen sind z.B. Fragestellungen der Aus- und Weiterbildung im Sinne der Sicherung von Fachkräften für die Zukunft, Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Fördermitteln für klein-und mittelständische Unternehmen und Schaffung von gemeinsamen Kooperations-und Entwicklungsplattformen.

Ein wichtiger Aspekt dieses Projektes ist der Ausbau der Kooperationen mit den Hochschulen/ Fachhochschulen, um einen besseren Wissenstransfer, v.a. im Be­reich Forschung und Entwicklung sowie eine Vernetzung der bestehenden Unternehmen untereinander sowie eine bessere Fachkräfteversorgung zu erreichen. Hier steht die TROWISTA in engem Kontakt zur Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und zur Dr. Reinhold Hagen Stiftung.

Auf der K 2010, der weltgrößten Messe der Kunststoff-und Kautschukindustrie präsentierten sich im November 2010 allein zehn Troisdorfer Unternehmen. Dies zeigte deutlich wie präsent und innovativ Troisdorfer Kunststoffunternehmen weltweit agieren und bekräftigt die TROWISTA in der Unterstützung der Kunststoffkompetenz Troisdorfs. Zur ersten Veranstaltung des Kompetenzzentrums Kunststoffhatte die TROWISTA die Referenten Michael Maier, Geschäftsführer der Rhein-Erft Akademie, undProfessor Johannes Geilen von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg eingeladen.

Am 1. Februar 2011 wurde die profine-Ausbildungsabteilung durch die Rhein-Erft-Akademie übernommen, die nun mit drei Mitarbeitern im IndustrieStadtpark präsent ist und zahlreiche Ausbildungsgänge sowohl in technischen als auch kaufmännischen Berufen anbietet bis hin zu Industriemeister-und Masterabschlüssen. Vor rund 25 Teilneh­mern aus der Industrie referierte Maier über das Portfolio der Rhein-Erft-Akademie und betonte vor allem den durch den demographischen Wandel drohenden Fachkräftemangel, der aktiv durch aggressives Werben an Schulen angegangen werden müsste. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass auch durch Schülerpraktika bei Unternehmen der Kunststoffbranche Werbung auf die Ausbildungsmöglichkeiten gemacht werden müsse, um somit den Schülern früh die Vielfalt dieses Berufsfeldes aufzuzeigen.

Professor Geilen, Stiftungsprofessor des Fachbereiches Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg stellte sein Projekt”Kunststoff-Werkstatt“ vor, ein Kooperationsprojekt der Hagen-Stiftung und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, welches aus EFRE-Mitteln und Mit­teln des Landes NRW gefördert wird. Die Kunststoff-Werkstatt dient als zentrale Anlaufstelle für klein- und mittelständische Unternehmen und bietet eine Plattform, um gemeinsam zu branchenspezifischen Themen zu forschen und Erfahrungen und Kompetenzen auszutauschen. Das Ziel der Werkstatt besteht darin, Spezialisten besser miteinander zu vernetzen, um die Branche so zu mehr innovativer Zusam­menarbeit zu führen.

Die zweite Veranstaltung wird am 14. März 2011 bei dem Unternehmen PGT Thermoprozesstechnik im Gewerbegebiet Camp Spich stattfinden, das dieIdee zur “Entwicklung eines Technologiezentrums für technischen und hochtechnischen Spritzguss“ vorstellen wird. Weitere Veranstaltungen sind nun in monatlichen Abständen geplant. Mehr Infos findet man unter www.trowista.de.



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