[ 8.Jun 2011 | |No Comment ]
Kunststoffverarbeitende Industrie

Arbeitgeber provozieren Eskalation – Tarifverhandlungen Bundesweit gescheitert

Die Tarifverhandlungen für die Holz- und Kunststoffbeschäftigten in Westfalen-Lippe sind gestern gescheitert. Bei der zweiten Verhandlungsrunde in Herford präsentierten die Arbeitgeber ein Angebot, das noch nicht einmal die Preissteigerung auffangen würde. Die Tarifpartner vereinbarten eine Schlichtungsrunde für den 20. Juni 2011.

Für die 40 000 Arbeitnehmer in der Holz- und Kunststoffbranche Westfalen-Lippe ist das Arbeitgeberangebot ein Hohn: Für die Monate Mai, Juni und Juli wollen sie gar nichts zugestehen und ab August 2011 gerade mal mickrige 2 Prozent, die auch noch um fünf Monate bis Januar 2012 aufschiebbar sein sollen. Ab September 2012 dürfen es weitere 1,7 Prozent sein, ebenfalls aufschiebbar. Der neue Tarifvertrag soll 24 Monate gelten – also bis 30. April 2013.

Auch in anderen Bundesländer sieht es bei den Verhandlungen nicht besser aus. So ärgerten sich schon die 20 000 Arbeitnehmer in Niedersachsen am 1.6.2011 über das gleiche Schlechte Angebot der Arbeitge. In Berlin/Brandenburg und Bayern sieht es ähnlich aus.

Keine akzeptable Verhandlungsgrundlage
Dieses Billigangebot wies die IG Metall als unzureichend zurück und forderte die Arbeitgeber auf, ihr Angebot deutlich nachzubessern. In der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie fordert die IG Metall 5,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Und das aus gutem Grund: Nicht nur bei den Wohnmöbeln und dem Kunststoffgewerbe haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabilisiert.

Das Angebot sei “ganz weit von einer Lösung des Tarifkonflikts entfernt”, konstatierte IG Metall-Verhandlungsführer Robert Fuß. “Das gleicht nicht einmal die Kaufkraftverluste aus und ist keine akzeptable Verhandlungsgrundlage.” Offensichtlich wollen die Arbeitgeber die Beschäftigten von der Konjunkturentwicklung abkoppeln. Mit solch einem Angebot nehmen sie in Kauf, dass der Tarifkonflikt weiter eskaliert.

Die IG Metall fordert 5,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 60 Euro im Monat steigen und die Ausgebildeten in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen werden. Mitte Mai hatten sich mehr als 3500 Beschäftigte in Westfalen-Lippe mit einer “Woche der Unruhe” an 24 betrieblichen Aktionen beteiligt, um der IG Metall-Forderung Nachdruck zu verleihen.

Nächste Verhandlungstermine
Die Tarifpartner treffen sich zu den nächsten Verhandlungsrunden für Niedersachsen und Bremen am 9. Juni und für Berlin und Brandenburg am 27. Juni 2011. Eine Schlichtungsrunde hat Westfalen-Lippe für den 20.Juni angesetzt. In Bayern startet die zweite Tarifrunde am 10.Juni.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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