[ 13.Okt 2012 | |No Comment ]
Vom Joghurtbecher zum Heizöl

Kunststoffmüll wird zu Öl

Der Öko-Energie Umweltfonds bietet die Möglichkeit, in eine neue Technik zu investieren und zugleich den Umweltschutz zu fördern. Ziel des Fonds: Mit einer bewährten Technik und erprobten Verfahren sollen Kunststoff-Abfälle in hochwertiges, schwefelarmes Produktöl umgewandelt werden. In der Schweiz produziert ein Betrieb bereits seit 2005 Öl aus Kunststoffabfall. Das Verfahren schafft es aus 1.000 kg Plastikmüll in 850 Liter Heizöl umzuwandeln.

SYNTROL®-Thermolyse heißt das dreistufige Verfahren zur Kunststoffverölung. Das neuartige Thermolyse-Verfahren, das in Mannheim angewandt werden soll, kann laut Anlagen-Betreiber „aus verschiedenen organischen Stoffen ein Öl – vergleichbar mit Heizöl nach DIN 51603-1 – produzieren, das einen energetischen Wirkungsgrad von ca. 90 Prozent hat“.

Das Verfahren

Für die Umwandlung muss der Kunststoffabfall zunächst geshreddert werden. Dann werden Fremd- und Störstoffe wie Holz, Papier, Metalle, Glas und Mineralien mit Magneten und einer Reinigungstrommel aussortiert. In einem weiteren Schritt wird der Kunststoff in die Anlage eingeführt und im ersten Reaktor verflüssigt. In einem zweiten Reaktor wird die geschmolzene Masse nun soweit erhitzt, dass die Molekülketten bei 300 bis 400 Grad aufgebrochen werden, dass sogenannte >>kracken<<. Die Crackgase werden kondensiert und in einem weiteren Schritt abgekühlt und zu Heizöl verflüssigt.

Verkaufspreis liegt bei 0,49 Euro/Liter

Die Erträge für ein Investment in die Kunststoff-Öl-Recyclinganlage sind laut Fondsinitiator Ventafonds selbst bei konservativster Annahme attraktiv zweistellig. Ausschüttungen von anfänglich 14 Prozent bei nur 0,49 Euro kalkuliertem Verkaufspreis – aktuell liegt der zugrunde gelegte Gasölpreis bei fast 0,80 Euro pro Liter – lassen einen deutlichen Mehrertrag erwarten.

Als Abnehmer der geplanten Syntrol-Anlagen im Mannheimer Rheinau-Hafen kommen die Wohnungswirtschaft, Heizkraftwerke und Zementwerke in Betracht. Hinzu kommen Hersteller, die das Produktöl als Vorprodukt nutzen. Sorgen über zu wenig anfallenden Müll müssten sich die zukünftigen Anlagenbetreiber dabei nicht machen, der Bedarf sei mehr als gedeckt.

 

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- Oekoenergie Umweltfonds



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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