Die Lehrende und Lernenden der Hochschule Rosenheim und der Berufsschule Wasserburg freuen sich beide über die Tatkräftige Unterstützung von sieben Unternehmen und die Zusätzliche Finanzspritze vom Landkreis für die Modernisierung der Praktischen Ausbildung und Forschung.
Reinräume sind aus Industrie und Forschung nicht mehr wegzudenken und werden in Zukunft einen immer höheren Stellenwert erlangen, ist sich Professor Peter Karlinger von der Hochschule Rosenheim sicher. Darum sei es so wichtig, Studenten auf das Arbeiten in diesen speziellen Räumen vorzubereiten. “Dabei geht es nicht um Schnelligkeit und Arbeiten im Akkord. Es zählen vielmehr Genauigkeit, Konzentration und Vorsicht. Diese Erfahrung müssen Studenten auch schon vor Eintritt ins Berufsleben machen”, meint Professor Karlinger.
Die Entwicklung von Lösungen und neue Technologien im Reinraum sollen nicht nur von Ingenieure in Unternehmen entwickelt werden, sondern vermehrt auch an Hochschulen. Für rund 500 Millionen Euro wurde nun an der Hochschule Rosenheim ein Reinraum-Kompetenz-Zentrum eingerichet das in der Art im Bereich der Kunststofftechnik einzigartig ist um die Studenten möglichst praxisorientiert auf das Berufsleben vorzubereiten.
Zwei Drittel der Kosten wurden von Maschinenhersteller KrausMaffei gestiftet u.a. auch das Herzstück der Produktionszelle:
eine vollelektrische Spritzgießmaschine KrausMaffei EX 80/380 mit einem integrierten Industrieroboter IR 50 F/K. Die Labormaschine ist mit umfangreicher Messtechnik versehen, die über 100 unterschiedliche Parameter, Leistungen, Drehmomente, Drücke und vieles mehr, erfasst.
In Zukunft werden im RKRo Entwickler, Forscher verschiedener Disziplinen und Anwender gemeinsam an neuen Produktionsprozessen und Maschinentechnologien für die Reinraumproduktion arbeiten. Ein höchst aktueller Forschungsschwerpunkt, von dem die Kunststoffverarbeiter künftig unmittelbar profitieren werden, ist die Optimierung der Reinraumfertigung hinsichtlich energetischer Gesichtspunkte unter Einhaltung verschiedener Reinraumklassifizierungen.
Mit der Vertragsunterzeichnung wird die Hochschule Rosenheim in das sog. PRIMUS Netzwerk für Innovation von KraussMaffei aufgenommen, dem u.a. bereits die Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz sowie die Universität Duisburg-Essen angehören. Die HSR wird für den Schwerpunkt „Life Science“ zuständig sein.
Eröffnet wurde das neue Reinraum-Kompetenz-Zentrum an der Fachhochschule Rosenheim Ende Januar.
Koch fördert Berufschule Wasserburg
Freuen durfte sich schon bereits vor einigen Wochen die Berufsschule Rosenheim über die Investition von Ingesamt 340.000 Euro in zwei neue Spritzgießmaschinen und eine Trockner- und Förderanlage. 108.00 Euro wurden vom Landeskreis Rosenheim investiert der Rest von sechs Unternehmen u.a. vom Prof. Dr. h. c. Werner Koch, Geschäftsführer und Inhaber des gleichnamigen Unternehmens, dem besonders die Unterstützung des Nachwuchsförderung am Herzen liegt. Deshalb stiftete Koch Technik eine komplette Materialversorgungsanlage mit Trockenlufttrockner, Kupplungsbahnhof sowie Direkteinfärbgeräten für die Wasserburger Berufsschule.
Der Fachbereich Kunststofftechnik wird dort schon seit über 30 Jahren angeboten. Derzeit werden gut 650 Verfahrensmechaniker (Kunststoff und Kautschuk) sowie die 25 Industriemeister (Kunststoff) ausgebildet – die Schüler kommen zum Teil aus ganz Bayern.
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