Lexikon

Besonders wenn man zum ersten Mal in neuen Themengebiete der Kunststoffverarbeitendeindustrie arbeitet, sind einem viele Kunststoff- und/oder Technikspezifische Begriffe noch unbe­kannt. Daher hat Kunststoffreport ein Lexikon der wich­tigsten Begriffe rund um die Welt der Kunststoffe zusammen gestellt.

In unregelmäßigen Abständen wird das Lexikon aktualisiert.

  • Additive / Füllstoffe / Verstärker
  • Additive sind Stoffe, die einem Polymer hinzugefügt werden, um dessen Eigenschaften oder Verhalten gezielt zu verändern. Für Thermoplaste werden heute eine Vielzahl von Additiven eingesetzt, die das mechanische
    Eigenschaftsprofil erweitern, die Verarbeitbarkeit verbessern, das Erscheinungsbild der Fertigteile modifizieren oder die Umgebungsbeständigkeit verstärken. Additive erhöhen die Flammwidrigkeit
    oder die UV-Stabilität. Verstärkungsfasern haben sehr spezifische Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften: sie erhöhen den Elastizitätsmodul und senken die Schlagzähigkeit. Füllstoffe erhöhen
    ebenfalls die Steifigkeit und werden außerdem eingesetzt, um die Verarbeitbarkeit zu verbessern oder Kosten einzusparen. Weichmacher senken den Elastizitätsmodul und erhöhen die Flexibilität der Teile.

  • Alterung / Degradation / Qualitätsminderung
  • Alterung ist die Änderung in der chemischen und/oder physikalischen Struktur eines Materials, verursacht durch Wärme oder Licht. Daraus resultieren meistens erhebliche Eigenschaftsverluste; auch Degradation oder Qualitätsminderung genannt.

  • Amorph
  • Wenn eine thermoplastische Polymerschmelze erstarrt, bilden die Molekülketten mehr oder weniger geordnete Strukturen.
    • Amorphe Polymere können nicht kristallisieren. Sie sind zufällig orientiert und weisen keine geordneten molekularen Strukturen auf. Amorphe Polymere basieren auf langen Molekülketten (größeres Molekulargewicht) und deren physikalischer Verschlaufung. Die Strukturen sehen wie ‘Spaghetti’ aus.

    Siehe auch Teilkristallin.

  • Antistatikum
  • Ein Antistatikum ist eine chemische Substanz, die dem Polymer beigegeben oder mit der die Oberfläche beschichtet wird. Sie senkt den elektrischen Oberflächenwiderstand, verhindert die Bildung statischer Elektrizität auf der Oberfläche und verhindert das Anziehen von Staub. Bei niedriger Dosierung: staubabweisend. Bei höherer Dosierung: antistatisches Verhalten.

  • Arburg
  • Spritzgießmaschinenhersteller aus Loßburg.

  • Artikel
  • Ein aus Kunststoffmaterial gefertigtes Teil.

  • Ausblühen
  • Ausblühen ist das Austreten von Gleitmitteln oder Weichmachern an die Oberfläche von Formteilen.

    Siehe auch Formbelag.

  • ** Battenfeld **
  • Kunststoffmaschinenhersteller aus Meinerzhagen. Seit 2008, teil von Wittmann.

  • ** Biegemodul **
  • Der Biegemodul ist das Verhältnis der aufgebrachten Spannung zur Durchbiegung in einer Biegeprüfung. Er ist ein Maß für die Steifigkeit des Materials im elastischen Bereich.

  • ** Biegespannung **
  • Maximale Nennspannung an der Außenfläche eines Prüfkörpers, gemessen im Mittelpunkt der Durchbiegung zu einem beliebigen Zeitpunkt während des Tests. Die maximale Biegespannung, bei der es zum Bruch des Prüfkörpers kommt, ergibt den Wert für die Biegefestigkeit.

  • ** Blend **
  • Polymerblends sind Kombinationen aus zwei oder mehr mischbaren Polymeren: mehr mechanisch als chemisch miteinander verbunden. Blending ist ein Prozeß, ist die Mischung oder Reaktion von zwei oder mehr Polymeren, um verbesserte Produkteigenschaften zu erhalten.
    Blending erlaubt das Schneidern von bestimmten Produkteigenschaften. Jedes einzelne Polymer hat erwünschte, aber auch fehlende, bestimmte Eigenschaften. Wenn diese besonderen Eigenschaften kombiniert
    werden, übertrifft das daraus resultierende Blend die Eigenschaften der urspünglichen Polymere. Im allgemeinen besteht keine klare Abgrenzung zwischen den Begriffen Legierung und Blend.

  • ** Brennbarkeit **
  • • Exotherme Reaktion eines Stoffes mit einem Oxidator, meistens begleitet von Flammen und/oder Glühen/ Glimmen und/oder Rauchentwicklung.
    • Brennbar: fähig zu brennen.
    • Nicht-brennbar: unter bestimmten Testbedingungen nicht fähig zu brennen.
    • Beim Glimmen verbrennt ein festes Material ohne Flamme, aber unter Lichtabgabe von der Glimmzone.
    • Glühen: Lichtabgabe des Materials hervorgerufen durch intensives Aufheizen;

  • ** Bruch **
  • Trennung eines festen Körpers durch physikalische oder chemische Krafteinwirkung in zwei oder mehr Teile mit neuen Oberflächen. Sprödbruch erfolgt plötzlich nach kaum oder keiner plastischen Verformung.
    Zähbruch erfolgt nach einer ausgeprägten plastischen Verformung.

  • ** Campus **
  • CAMPUS – Computer Aided Material Preselection by Uniform Standards. Datenbankensystem für PC, von Kunststoffherstellern entwickelt,
    um die anwendungsgerechte Materialauswahl zu erleichtern. Es bietet vergleichbare Daten auf der Grundlage einheitlicher Prüfmethoden und Prüfkörper (nach ISO); Fortschreibung der Daten der Produktbereiche und Wahl der Prüfmethoden. Weitere Informationen können bei den Materialherstellern und auf de Campuspage entnommen werden.

    Zudem ist das Programm kostenlos zu downloaden.

  • ** Chemikalienverträglichkeit **
  • Die Verträglichkeit von Polymeren mit chemischen Stoffen oder chemisch aggressiver Umgebung hängt entscheidend von der jeweiligen Einwirkungsdauer, der Spannungsbelastung im Formteil, der Temperatur
    und anderen Phänomenen ab. So kann eine für nichtbelastete Teile völlig harmlose Umgebung bei hoher Belastung zu Spannungskorrosionsproblemen führen.
    Wenn spannungsbelastete Formteile unter dem Einfluß bestimmter Chemikalien versagen, spricht man von Spannungskorrosion bei teilkristallinen Polymeren und von umgebungsbedingter Spannungsrißbildung bei amorphen Polymeren (ESC, Environmental Stress
    Cracking). Es beginnt mit Mikrorissen, in die Chemikalien eindringen, als Folge davon entstehen Risse. Dies führt zur Verschlechterung der Eigenschaften bis hin zum völligen Versagen des Teils nach einer bestimmten Zeit.

    Bestimmte Chemikalien, bekannt als Lösungsmittel,
    können Thermoplaste auflösen. Mikrorisse und Risse werden wie folgt definiert: Ein Mikroriß ist ein Defekt an oder unter der Oberfläche eines Kunststoffes, der oft sichtbare Risse hervorruft, üblicherweise verursacht
    durch ESC. Ein Riß ist eine Fissur, die sich oder sich nicht unbedingt bis zur Oberfläche des Polymers ausdehnt. Das Material wird zwischen den Rißwänden vollständig abgetrennt. Die Risse führen zur Verschlechterung
    der Eigenschaften des Materials und zum völligen Versagen des Teils nach einer unvorhersagbaren Zeitdauer. Chemikalienbeständigkeit ist nach

    ISO 175 die Widerstandsfähigkeit in Chemikalien getauchter Kunststoffe gegen Änderungen von Masse, Abmessungen und anderen Eigenschaften. Die Prüfdaten standardisierter Materialproben geben nur Anhaltspunkte.
    Die tatsächliche Chemikalienverträglichkeit sollte in jedem Fall am Formteil oder einem Prototyp unter Einsatzbedingungen festgestellt werden.

  • ** Compounding **
  • Der Prozeß zur Auswahl von Additiven und ihre chemische Aufbereitung in Polymeren. Durch Compounding entstehen Materialien mit gewünschten Eigenschaften für bestimmte Anwendungen. Die Modifikation der
    Polymereigenschaften erfolgt durch Zusätze wie Polymere, Weichmacher, Füllstoffe, Verstärker, diverse Stabilisatoren, Gleitmittel, Farbstoffe, Flammschutzmittel usw.

  • ** Dehnung **
  • Die Längenzunahme eines Prüfkörpers unter Zugbeanspruchung,
    normalerweise in Prozent der ursprünglichen Länge ausgedrückt. Bruchdehnung ist der Prozentsatz, bis zu dem sich ein Material unter kontrollierten Bedingungen streckt bevor es bricht. Je größer der Wert, desto mehr ist das Material dehnbar.

  • ** Dichte **
  • Dichte und spezifisches Gewicht werden häufig synonym gebraucht, das ist unkorrekt. Der Unterschied wird imfolgenden dargestellt: Dichte ist die Masse pro Volumeneinheit eines Materials bei 23°C; das spezifische Gewicht
    bezeichnet das Gewicht eines gegebenen Materialvolumens im Verhältnis zur gleichen Menge Wasser bei 23°C. Umrechnung: Dichte = spezifisches
    Gewicht mal 0.99756.

  • ** Dielektrizitätskonstante **
  • Die relative Permittivität (früher Dielektrizitätskonstante) ist das Verhältnis der dielektrischen Kapazitäten eines Systems mit Kunststoff als Dielektrikum zu dem
    eines vergleichbaren Systems mit Vakuum als Dielektrikum.

  • ** Dimensionsstabilität **
  • Die Eigenschaft Abmessung und Form unter praktischen insatzbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit usw. beizubehalten.

  • ** DIN **
  • Deutsche Industrienorm. Deutsches Institut für Normung (Berlin).

  • ** DMA / TMA **
  • DMA oder dynamische mechanische Analyse, ist eine Technik, um das mechanische Verhalten von Kunststoffen über weite Temperaturbereiche zu charakterisieren. DMA, definiert in ASTM D4065 kann:
    • die Variation des Steifigkeitsmoduls bezüglich Temperatur aufzeigen
    • Temperaturübergänge wie Tg und Tm bestimmen
    • nutzbare Temperaturbereiche für den Eigenschaftserhalt definieren
    • den Grad der Kristallisation aufzeigen
    • die Wärmeableitung und die Erweichungstemperaturen bestimmen die Leistungsfähigkeit von Materialien über einen
    bestimmten Temperaturbereich vergleichen
    • zur Analyse der Zusammensetzung verwendet werden.

  • ** Durchgangswiderstand **
  • Der elektrische Widerstand eines Materials gemessen an zwei gegenüberliegenden Flächen eines Einheitswürfels. Spannung dividiert durch die Stromdichte.

  • ** Durchschlagfestigkeit **
  • Maß der elektrischen Eignung eines Materials als Isolator.
    Gibt an, bei welcher Gleichstromspannung es zum dielektrischen Versagen oder Durchschlag in Form eines kontinuierlichen Lichtbogens durch den Prüfkörper kommt. Je dünner die Materialprobe desto größer ist die
    Durchschlagfestigkeit: deshalb ist es unzureichend, nur die Durchschlagsfestigkeit ohne die Dicke des Materials anzugeben.

  • ** Elastizität **
  • Die Fähigkeit eines Materials, nach Verformung wieder in den urspünglichen Zustand zurückzukehren. Die Streckgrenze wird nicht erreicht: elastisches Verhalten.

    Alle Kunststoffe reagieren im allgemeinen elastisch. Wenn die Spannung jedoch die Streckgrenze übersteigt, kehrt das Material nicht in den urspünglichen Zustand zurück: permanente Deformation durch plastisches
    Verhalten. Plastizität ist das Gegenteil von Elastizität. Eine andere Erklärungsmöglichkeit: zu Beginn der Zugbelastung steigen Spannung und Dehnung proportional, so daß sich das Material –wenn entlastet–
    wie eine Feder zurückstellen kann. Einige Kunststoffe, wie Methacrylate, brechen schon nach sehr kurzer Dehnung, obwohl auch sie grundsätzlich elastisch sind. Andere, wie Polycarbonate, können sich um das Mehrfache ihrer ursprünglichen Länge dehnen, bevor sie brechen. Sie haben eine Streckgrenze und eine entsprechende Streckspannung.

  • ** Elastizitätsmodul **
  • Das Verhältnis zwischen Spannung und Dehnung in einem Material im Bereich unterhalb der Proportionalitätsgrenze (Hookesches Gesetz) seiner Spannungs- Dehnungkurve. E = konstant = Spannung geteilt durch Dehnung. Auch Youngscher Modul genannt.

  • ** Elektroerosion **
  • Abtragung von Material durch elektrische Entladung.

  • ** Elektrostatische Aufladung **
  • Elektrostatische Aufladungen haben in der Regel eine hohe Spannung, aber geringen Stromfluß zur Folge. Sie sind das Resultat eines Ungleichgewichts von elektrischen Ladungen an Materialien in enger Berührung.
    Statische Aufladungen entstehen, wenn eine nichtleitende Oberfläche gegen eine andere gerieben wird und die Flächen getrennt werden, wie in schnellaufenden Maschinen oder beim Gehen über aufgeladene Flächen.

  • ** EMI- und HF-Schirmung **
  • EMI oder elektromagnetische Interferenzen sind eine Art von elektromagnetischem Rauschen, die den Tonund Bildempfang stören und digital gespeicherte Informationen zerstören können. Störquellen sind in der Regel Geräte mit Elektromotoren oder Schaltnetzteile.

    Die Emission des Rauschens läßt sich wirksam dämpfen, wenn die Störquelle mit einem Gehäuse umschlossen wird, dessen Material für elektromagnetische Signale undurchlässig ist. Zur Abschirmung eignen sich neben metallischen Gehäusen auch Kunststoffgehäuse mit metallischer Lackierung oder leitfähiger Beschichtung sowie leitfähige Füllstoffe.

  • ** Engel **
  • Kunststoffmaschinenhersteller.

  • ** Entflammbarkeit **
  • • Die Fähigkeit eines Materials, nach Entzündung mit offener Flamme weiterzubrennen. In den spezifischen Prüfungen werden das Brandverhalten, die Rauchentwicklung sowie Flamm- oder Zündpunkte ermittelt.
    • Entflammbar: unter bestimmten Bedingungen fähig,
    mit offener Flamme zu brennen.
    • Nichtentflammbar: nicht fähig unter bestimmten Bedingungen,
    mit offener Flamme zu brennen. Begriffe wie, entzündbar und feuergefährlich sollten in diesem Zusammenhang vermieden werden, da sie zu Fehlinterpretationen führen können.

  • ** Entformbarkeit **
  • Verhalten von Polymeren bzw. Formteilen beim Öffnen des Werkzeugs. Kann durch geringe Anteile von Gleitoder Formtrennmitteln im Polymer erheblich optimiert werden. Formtrennmittel erhöhen das Fließvermögen
    des Kunststoffs bei der Verarbeitung und sorgen dafür, daß die Teile nicht an den Werkzeugwänden haften bleiben, d.h. ‘leicht entformbar’ sind.

  • ** Entzündbarkeit **
  • • Entzündbarkeit: Kriterium, wie leicht eine Materialprobe unter speziellen Testbedingungen durch eine äußere Wärmequelle entzündet werden kann.
    • Unterschieden wird zwischen Selbstentzündung und
    Zündung durch Einwirkung einer äußeren Wärmeoder
    Zündquelle.
    • Die Zünd- oder Entzündungstemperatur bezeichnet
    die erforderliche Mindesttemperatur eines Materials,
    um einen Verbrennungsprozeß unter speziellen Testbedingungen
    auszulösen.

  • ** Ermüdung **
  • Verhalten von Teilen unter zyklischer Belastung bis hin zu Rissen oder völligem Versagen. Ermüdung tritt oft ein, wenn ein Spannungsniveau wiederholt erheblich über der Streckgrenze des Materials liegt, was bei einereinmaligen Belastung in dieser Größenordnung normalerweise nicht zum Versagen führt. Oder Ermüdung istein Phänomen bei dem, nach zyklischer Belastung unterhalbder statischen Festigkeit, das Material zerbricht. Ermüdung zählt zu den häufigsten Ursachen des Versagensvon Werkstoffen unter wiederholter Be- und Entlastung. Formteilgeometrie, Frequenz, Belastungsunterschiede, Umgebung und Temperatur, alles hat einen Einfluß auf den Mechanismus des Versagens, der auf Ermüdung zurückzuführen ist. Zweck von Ermüdungsversuchen ist es, die maximale Höhe zyklischer Dauerbelastungen eines Kunststoffes zu ermitteln.

  • ** Ermüdungsfestigkeit **
  • Anzahl der Lastspiele einer bestimmten Spannung oder Dehnung, die ein gegebener Prüfkörper aushält, bevor er auf spezifische Weise bricht.

  • ** Erweichungsbereich **
  • Temperaturbereich, in dem ein Kunststoff vom festen in einen weichen Zustand übergeht (Glasübergang) oder in dem sich seine Härte abrupt und substantiell ändert. Das Erweichen von Kunststoffen wird unter
    kontrollierten Bedingungen geprüft, wie zum Beispiel im VST- oder DTUL-Test.

  • ** Erweichungstemperatur **
  • Unter kontrollierten Prüfbedingungen ermittelte Temperatur, bei der das Material einen bestimmten Grad an Verformung aufweist.

  • ** FAR **
  • FAR, Federal Aviation Regulations, weltweit geltende Vorschriften für den Brandschutz in Flugzeugen. FAR 25851 definiert den Brandschutz im allgemeinen. FAR 25853, 25855 und 25855F enthalten Anforderungen
    und Einstufungen für Materialien und Teile der Einrichtung und Ausrüstung von Cockpit, Fluggastkabinen, Versorgungs-, Gepäck- und Frachträumen.

  • ** Farbton **
  • Einer der drei psychologischen Attribute der Farbe, die durch die Ausdrücke rot, gelb, blau etc. beschrieben werden.

    Mit einem Farbmessgerät heutzutage auch Messbar, abweichungen von den Angebenden Farbton können zu reklamationen führen, auch wenn diese mit bloßem Auge nicht erkennbar ist, der Farbunterschied).

  • ** Festigkeit **
  • Die Fähigkeit eines Materials, angewendeten Kräften gegenüber ohne Nachgeben oder Bruch zu reagieren. Die Festigkeit eines Materials variiert sehr stark mit der jeweiligen Art der Beanspruchung. Ein Material, das
    unter statischer Belastung fest und zäh ist, kann sich bei zyklischer Belastung oder Schlagbelastung als schwach und spröde erweisen.

  • ** Feuerbeständigkeit **
  • Dieser Begriff wird nicht empfohlen, da er leicht zu Mißverständnissen führen kann.

  • ** Flammenausbreitung **
  • • Flammenausbreitung: Fortpflanzung einer Flammenfront.
    • Flammenausbreitungsrate: unter bestimmten Testbedingungen gemessene, von der Flammenfront pro Zeiteinheit zurückgelegte Strecke.
    • Flammenausbreitungszeit: unter bestimmten Testbedingungen gemessene Zeit, die Flammen brauchen, um auf einem brennbaren Material eine
    bestimmte Strecke oder Fläche zurückzulegen.

  • ** Flammwidrigkeit **
  • • Retardent oder Retarder (Hemmer, Verzögerer) sind Substanzen, die in geringen Mengen verwendet werden, um die chemische Reaktionsgeschwindigkeit zu reduzieren.
    • Ein Flammschutzmittel (FR, Flame Retardant) ist eine Substanz, die einem Material beigemischt oder aufgetragen wird, um im Brandfall die Ausbreitung von Flammen zu verzögern, zu begrenzen oder zu verhindern.
    Flammschutzmittel werden als externe Additive dem Polymer beigemischt oder bei der Polymerisation als interne chemische Gruppe eines Basispolymers in die Struktur des Kunststoffs eingebunden.
    • Flammwidrigkeit ist die natürliche oder durch Zusätze und Behandlung gewonnene Eigenschaft eines Materials, die Ausbreitung von Flammen zu verzögern, zu begrenzen oder zu verhindern.
    • Flammwidrig: mit einem Flammschutzmittel behandelt.
    • Feuerhemmer (fire retardant): eine Substanz, die einem
    Material beigemischt oder aufgetragen wird, um ein Verbrennen zu verzögern, zu begrenzen oder zu verhindern.

  • ** Formtrennmittel **
  • Auf die Werkzeuginnenwände aufgetragene oder ins Polymer eincompoundierter Hilfsstoff, der das Entformen der Teile aus dem Werkzeug erleichtert.

  • ** Formteil **
  • Ein aus Kunststoffmaterial gefertigtes Teil.

  • ** Formbelag **
  • Formbelag ist die Ablagerung von Stoffpartikeln aus dem Material an den formgebenden Werkzeuginnenflächen.

    Siehe auch Ausblühen.

  • ** Fortbrenndauer **
  • Das Weiterbrennen eines Materials nach Abzug der Zündquelle. Die Fortbrenndauer ist die Zeit bis zum Verlöschen der Materialprobe nach Beflammung unter kontrollierten Bedingungen. Begriffe wie selbstverlöschend oder schwer brennbar sind nicht empfehlenswert, da sie zu Mißverständnissen führen.

  • ** Fusionswärme **
  • Erforderliche Wärmemenge zum Erreichen des Bereichs der Schmelztemperatur, DHf.

  • ** Friktionswärme **
  • Beim Aneinanderreiben von Werkstoffen mit unterschiedlichen Relativgeschwindigkeiten wird Wärme durch Umwandlung der Reibenergie erzeugt. Die dann in unkontrollierte Wärme umgewandelt wird.

    Ein Praxis-Beispiel ist das Granulat in einem Zylinder. Durch extrem hohe Dosiergeschwindigkeiten treten extreme Reibungen auf die dann die Kunststoffmasse viel höher erhitzen können als dem Zylinder eingestellte Temperatur.

  • ** Glanz **
  • Der Grad, mit dem eine Oberfläche optische Perfektion hinsichtlich Reflexion erreicht. Das Maß für das Glänzen einer Oberfläche.

  • ** Glasübergangstemperatur **
  • Der Glasübergang ist die reversible Änderung, bei der ein amorphes Polymer oder ein amorpher Bereich eines
    teilkristallinen Polymers von einem viskosen, kautschukähnlichen
    Zustand in einen harten und relativ spröden übergeht. Die Glasübergangstemperatur oder Tg ist die Temperatur (oder der Temperaturbereich) bei der Glasübergang stattfindet.

  • ** Glühdrahtprüfung **
  • Eine auf eine vorbestimmte Temperatur aufgeheizte Drahtspitze oder Nadel wird 30 s lang gegen die Kunststoffprobe gehalten. Die Zeit, die die Flammen bis zum Verlöschen brauchen und das Entstehen von brennenden
    Tropfen entscheiden darüber, ob die Probe den Test besteht oder nicht.

  • ** Härte **
  • Die Härte eines Materials wird durch seinen Widerstand gegen Kratzen und Eindrücken gemessen. Die gebräuchlichsten Härteprüfungen messen die Eindruckfestigkeit unter genormten Bedingungen. Eine Kugel oder ein
    Kegelstumpf, mit genau definierten Abmessungen, wird mit einer bestimmten Kraft in die Oberfläche der Materialprobe gedrückt. Der gemessenen Eindrucktiefe oder -fläche wird ein numerischer Skalenwert zugeordnet. Für Kunststoffe sind die gebräuchlichsten Prüfmethoden die Kugeldruckprüfung, sowie die Methoden nach Rockwell und Shore.

  • ** Homogen **
  • • Homogen bedeutet, daß ein Material von einem zu einem anderen Punkt gleichförmig, oder konstant zusammengesetzt ist, wie bei ungefüllten Thermoplasten.

  • ** Heterogen **
  • • Heterogen bedeutet, daß ungleichmäßige Strukturbereiche
    auftreten können, wie bei glasfaserverstärkten Thermoplasten.

  • ** Homopolymer **
  • Homopolymere sind Polymere, die nur aus einer einzigen Basiseinheit oder einem Monomer bestehen, die sich wiederholend miteinander verkettet sind.

  • ** Isolationswiderstand **
  • Gesamtwiderstand eines Kunststoffisolators. Beinhaltet Durchgangs- und Oberflächenwiderstand.

  • ** Kalandrieren**
  • Ausformen thermoplastischer Massen zwischen Walzen zu einem Endlosband. Foliendicke: 0,003 bis 0,8 mm Materialien: hauptsächlich PVC, PVC-weich, Copolymere des PVC, PP, PS, PE, ABS Walzen Ø 600 – 800 mm Länge bis 2500 mm. Die Walzen haben eine hohe Festigkeit mit einem weichen Kern, Oberflächenhärte 500 – 580 HB.

  • ** Kaltfluß **
  • Irreversible Verformung unter mechanischer Belastung (bei Temperaturen bis maximal Tg)

  • ** Kerbempfindlichkeit **
  • Beschreibt die von einer Kerbe in einem Plastikmaterial ausgehende Bruchanfälligkeit.

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  • ** Materialermüdung **
  • siehe Ermüdung.

  • ** makromolekulare Stoffe **
  • Riesenmoleküle mit mehr als 1000 Atome

  • **Polymerblend **
  • siehe Blend

  • ** Permittivität **
  • Die relative Permittivität (früher Dielektrizitätskonstante) ist das Verhältnis der dielektrischen Kapazitäten eines Systems mit Kunststoff als Dielektrikum zu dem eines vergleichbaren Systems mit Vakuum als Dielektrikum.

  • ** Plastizität **
  • coming soon

  • ** spezifische Gewicht **
  • Dichte und spezifisches Gewicht werden häufig synonym gebraucht, das ist unkorrekt. Der Unterschied wird im folgenden dargestellt: Dichte ist die Masse pro Volumeneinheit eines Materials bei 23°C; das spezifische Gewicht
    bezeichnet das Gewicht eines gegebenen Materialvolumens im Verhältnis zur gleichen Menge Wasser bei 23°C. Umrechnung: Dichte = spezifisches
    Gewicht mal 0.99756.

  • ** Teilkristallin**
  • Wenn eine thermoplastische Polymerschmelze erstarrt, bilden die Molekülketten mehr oder weniger geordnete Strukturen.

    Ein kristallines Polymer hat eine Polymerkette, die aus einer geordneten Molekülstruktur besteht –kristalline Bereiche von amorphen Bereichen umgeben.

    • Die Bezeichnung kristallin ist eigentlich falsch, denn kristallines, polymerisches Material hat nur teilkristalline Natur. Die kristalline Struktur existiert nicht überall im Polymer: es gibt Bereiche geordneter und
    ungeordneter molekularer Strukturen.

    Siehe auch Amorph.

  • ** Zugmodul **
  • Der Zugmodul ist ebenfalls ein Indikator der Steifigkeit:
    wirkende Zugspannung dividiert durch resultierende Dehnung. Im allgemeinen ist dies ein exakteres Maß als der Biegemodul. Für praktische Zwecke sind die Biegeund Zugmoduln oft gleich: praktische Erwägungen
    legen fest, welche Methode verwendet werden soll.

 

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