[ 12.Jun 2012 | |No Comment ]
Werkstoffe

Marktforscher sehen für Kunststoffe in Elektrofahrzeugen gute Wachstumschancen

Vorteile von Kunststoff, insbesondere im Leichtbau, treiben Wachstum und Marktdurchdringung in E-Fahrzeugen an.

Eine jährliche Wachstumsrate von durchschnittlich über 80 % bis zum Jahr 2017, lässt auch den Einsatz von Kunststoffen in dElektrofahrzeuge erheblich ansteigen. Die Vorteile von Kunststoff, insbesondere, was den Leichtbau angeht, verbunden mit dem Ziel, die Reichweite der Elektrofahrzeuge zu erhöhen, treiben den Absatz an.

Laut einer aktuellen Analyse von Frost & Sullivan erwirtschaftete der europäische und nordamerikanische Markt für Kunststoffe im Elektrofahrzeugbau Umsätze von 0,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2010, die bis zum Jahr 2017 auf 73 Millionen US-Dollar anwachsen werden. Die Studie berücksichtigt Kunststoffe für den Einsatz in Triebwerken, Batteriegehäusen, Thermomanagement-Systemen sowie für Kabel und Drähte.

Schwere Batterien noch immer ein großes Problem

“Der Einsatz von Kunststoffen in Elektrofahrzeugen wird durch den Trend zum Leichtbau positiv beeinflusst, der wiederum von der Notwendigkeit antrieben wird, die Reichweite der Elektrofahrzeuge zu steigern,” erläutert Frost & Sullivan Research Analystin, Shree Vidhyaa Karunanidhi. “Elektrofahrzeuge zeichnen sich normalerweise durch grosse Batterien aus, die Einfluss auf das Gesamtgewicht des Fahrzeugs haben, und ihre Reichweite beeinflussen. Um das Batteriegewicht zu kompensieren, werden daher Metalle zunehmend durch Kunststoffe ersetzt.”

Wichtige strukturelle Komponenten wie Getriebe und Motoren werden aus Metall hergestellt. Anforderungen in Bezug auf Festigkeit und Crash-Verhalten belegen, dass Metalle für diese Einsatzbereiche das bevorzugte Material bleiben. Kunststoffe haben jedoch enormes Potenzial im Bereich kleinerer, nicht-beweglicher Komponenten zur Energierückgewinnung sowie bei Kühlleitungen, Pumpen, Ventilatoren und Gehäusen.

Zusammenfassende Präsentation der Studie

Der aktuelle Einsatzgrad von Kunststoffen für diese Komponenten variiert. Im Fall von Kühlleitungen und Ventilatoren werden Kunststoffe bevorzugt, während im Bereich der Energierückgewinnung (Pedal und Pumpe) und Gehäuse Kunststoffe noch wenig bis mäßig zum Einsatz kommen. Durch die inhärenten Merkmale von Kunststoffen wird es nichtsdestotrotz zu einer hohen Wachstumsrate in diesen Segmenten kommen.

Neue Recyclingtechnologien können die Lösung bringen

“Die geringeren Einsatzmöglichkeiten von Kunststoffen in Elektrofahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen stellt ein großes Hindernis für die Marktaussichten dar,” warnt Shree Vidhyaa. “Die EU-Altfahrzeug-Verordnung (ELV), die die Verwendung von recyclebaren Materialien zur Folge hat, stellt eine weitere Herausforderung für Marktteilnehmer dar.”
Obwohl Thermoplaste, die in diesen Fahrzeugen verwendet werden, recyclebar sind, besteht der Shredderabfall von Fahrzeugen normalerweise aus verschiedenen Arten von Kunststoff. Diese müssen zunächst sortiert werden, bevor sie recyclebar sind.

Auf der einen Seite besteht also die Notwendigkeit, Autos leichter zu machen, um die Reichweite der Elektrofahrzeuge zu verbessern. Andererseits verlangt die ELV-Recycling-Richtlinie jedoch, dass Autohersteller wiederverwertbare Materialien verwenden.

“Dieses Problem kann gelöst werden, indem OEMs mit Tier 1-Zulieferern zusammenarbeiten, um Recyclingtechnologien zu entwickeln,” rät Shree Vidhyaa abschliessend. “Dies stellt langfristig eine nachhaltige Verwendung der Kunststoffe sicher.”



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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