[ 22.Mrz 2011 | |No Comment ]
VDMA

Medizintechnik setzt auf Automatisierung

In der Medizintechnik gibt es noch hohes Automatisierungspotenzial, wie auf dem Gemeinschaftsstand des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation während der MedTec Europe in Stuttgart vom 22. bis 24. März 2011 zu sehen sein wird.

Neun führende Hersteller von Robotern aus dem Mitgliederkreis der VDMA-Fachabteilung Robotik stellen auf diesem Gemeinschaftsstand aus, der den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Robotik-Roadshows bildet. Automatisierungstechnik und ihr Nutzen soll damit in Wachstumsbranchen noch bekannter gemacht werden.

Phase intensiver Automatisierung in der Medizintechnik
Mit der gemeinsamen Messepräsenz verfolgen Unternehmen und ihr Verband das Ziel, im Rahmen eines starken Gemeinschaftsauftritts die Möglichkeiten und Stärken der Automatisierungstechnik dem Fachpublikum auf der MedTec näher zu bringen. Weitere Mitgliedsunternehmen des Fachverbandes, wie Epson oder Stäubli, sind darüber hinaus auf der Messe mit eigenen Ständen vertreten. Stefan Sagert, Leiter der VDMA-Fachabteilung Robotik: „Die Medizintechnik steht erst am Beginn einer Phase intensiver Automatisierung.“ Selbst Branchenkenner sind überrascht, wie rasant die Automatisierungstechnik in die Pharma- und Medizintechnik einzieht.
Wie aus dem Branchenbericht MedTech 2010, herausgegeben vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), Berlin, hervorgeht, lag der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen in Deutschland im Jahr 2009 trotz krisenbedingtem Rückgang gegenüber den Vorjahren bei 18,3 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young stuft in ihrem Medizintechnologiereport 2010 die Medizintechnik als eine der innovationsstärksten Branchen der deutschen Wirtschaft ein. Um diese Innovationskraft auch in eine effiziente Produktion zu übertragen, sei ein Einsatz der Automatisierungstechnik in ihren vielen Facetten unabdingbar, heißt es beim VDMA.

MedTec zeigt Vielfalt der Automatisierung
Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer Reis Robotics, sieht im Gemeinschaftsstand eine sehr gute Gelegenheit, für die Vielfalt der Automatisierungstechnik zu werben: „Auf der MedTec schaffen wir gemeinsam mehr Aufmerksamkeit als es einzelne Unternehmen vielleicht könnten.“ Für einen intensiven, über das bisherige Engagement hinausgehenden Einstieg sei das gemeinsame Auftreten ein sinnvoller Weg. Den teilnehmenden Ausstellern geht es darum, den Markt zu sondieren. Gerald Mies, Geschäftsführer Fanuc Robotics Deutschland: „Mit der gemeinsamen Aktion des Fachverbandes können die Roboterhersteller für die Automatisierungstechnik insgesamt werben und jeder Aussteller auf seine spezifischen Stärken hinweisen.“ Verband und Aussteller sind sich einig, dass mit dem konzentrierten Auftreten ein Maximum an Information über das breite Engagement und den aktuellen Stand der Technik zu vermitteln sein wird. Joachim Melis, Geschäftsführer Adept Technology, erwartet, dass der Gemeinschaftsstand zu einer zentralen Anlaufstelle aller an der Robotik interessierten Besucher wird. Er möchte, wie andere Hersteller auch, den „Marktanteil im Bereich Medizintechnik in den nächsten Jahren ausbauen und dabei gerade im Bereich der medizinischen Forschung Impulsgeber für neue Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten zu sein“.
„Generell ist mit einem deutlichen Zuwachs der Robotertechnik auf zwei Gebieten zu rechnen“, sagt Stefan Sagert. Der Einsatz von Robotern in der Produktion und Montage medizintechnischer Geräte und Produkte sei unabdingbar. Produktionssicherheit, Kostentransparenz, Qualität und Zuverlässigkeit sind nur mit automatisierten Anlagen zu vertretbaren Kosten am Produktionsstandort Deutschland zu haben. Sagert: „Wer seine Kapazitäten vom Kleinbetrieb zum internationalen Anbieter ausbauen will, kommt am Automatisierungsstandard unserer Hersteller nicht vorbei“.

Roboter arbeiten an und für Patienten
Einen weiteren Anwendungsschwerpunkt für Roboter und Robotertechnologie sehen der VDMA und seine Mitgliedsfirmen im direkten Einsatz von Robotern am und für Patienten sowie in der medizinischen Versorgung. „Das Potenzial ist noch nicht einmal ansatzweise erkannt, geschweige denn umgesetzt“, so Sagert. Dabei sind die Grenzen sowohl zur konventionellen Produktion als auch zur Servicerobotik fließend. Das Schleifen von künstlichen Hüftgelenken kann gut als industrieller Prozess gesehen werden; der Transport von Medikamenten in einem Krankenhaus mit Hilfe autonomer Fahrzeuge lässt sich durchaus auch der Servicerobotik zurechnen. Das Anforderungsprofil der medizintechnischen Industrie verlangt bei bestimmten Anforderungen „nur“ die Präzision einer Antriebseinheit aus der Robotertechnik, wie Spinea auf der MedTec zeigt. Genauso sind Sensoren, Greifer oder Visionsysteme aus der Automatisierungstechnik gesucht und müssen an die speziellen Anforderungen der Medizintechnik und ihrer Produktionsbedingungen angepasst werden. Die Voraussetzungen für einen intensiven Einstieg in einen Gedankenaustausch sind mit dem 120 m² großen Gemeinschaftsstand (Stand-Nr. 8157) auf der MedTec geschaffen.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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