[ 14.Okt 2012 | |No Comment ]
Mikrospritzgießen

Neues Fertigungskonzept bei Weidmüller

Miniaturisierung als Fertigungskonzept: Kompakte und autarke Fertigungszellen von babyplast bei Weidmüller (Bild:babyplast / Weidmüller)

Miniaturisierung heißt das Motto bei Weidmüller. Kleinere Maschinen mit wenigen Kavitäten in der Kleinstteileproduktion rechnen sich. Die Thüringische Weidmüller in Wulta-Farnroda bei Eisenach investierte in sieben neue Fertigungszellen mit babyplast-Maschinen zur Produktion eines Pushers aus PPA für Leitenplattenklemmen. Nach den ersten Erfahrungen mit den kompakten, autarken Fertigungszellen und den darauf basierenden Werkzeugkonzepten soll in der Zukunft diese Spritzgießfertigung ausgebaut werden.

Statt wie üblich Kleinstteile mit hoher Kavitätenanzahl zu produzieren, ging Weidmüller einen ganz neuen Weg. Ziel war es, die Komplexität von Werkzeugen zu reduzieren, Material einzusparen und insgesamt den Prozess zu optimieren. Für Ulrich Halbey, Werkleiter in  Wulta und Benito Hinkeldein, Leiter Kunststofftechnik, war das Konzept der Mikrospritzgießmaschinen von babyplast der richtige Ansatz. „Kleine und autarke Fertigungszellen haben den Vorteil einer sehr viel höheren Flexibilität, bieten Kostenvorteile und erlauben sogar eine bessere Prozessgestaltung“, so Ulrich Halbey.

Angussausschus um 80% reduziert

Klein, aber fein: Mikroteil Pusher aus PPA 30 GF – Dauerläufer mit 50 Mio. Teilen pro Jahr bei Weidmüller (Bild: Weidmüller)

Ausgangspunkt dieser Strategie war ein Pusher, der in einer Leiterplattenklemme mit Push In-Anschluss eingebracht wird. Das nur 0,04 g schwere Teil wird als 8-fach-Kavität im Werkzeug auf einer Spritzgießmaschine von babyplast abgespritzt. Acht Teile bedeuten 0,32 g Teilegewicht plus 0,54 g für den Anguss, also ein Schussgewicht von ca.0,86 g. Das hochtemperaturbeständige Material PPA 30GF von Sabic hat einen stolzen Preis jenseits der 25 Euro-Marke und wird bei 310̊C verarbeitet. „Einsparungen, durch die geringere Menge an eingesetztem Material, schlagen hier voll durch in die Teilepreiskalkulation“, so Halbey. In der Umstellung von konventioneller Spritzgießtechnik auf das neue Konzept ergab sich eine Reduktion des Angusses von 11g auf 0,5g mit einer deutlich günstigeren Gewichtsrelation von Spritzlingen zum Anguss. Alleine die Reduktion des Angussausschuss von über 80 % rechnet sich enorm, da der Anguss nicht recyclierbar ist in der Fertigung. Aufgrund der Maschinentechnik konnte der bisherige 11 sec. Zyklus eines 32 Kavitäten-Werkzeugs auf einer 300kN-Maschine mit den nur 62,5kN Maschinen von babyplast auf 5,5 sec. bei acht Kavitäten reduziert werden. Ohnehin überzeugt in der Verarbeitung von Hochtemperaturmaterialien die energetische Bilanz der deutlich kleineren Werkzeuge. Bei bis zu sechs Farben des Pushers sind Farbwechsel mit dieser Technik schneller, kostengünstiger und flexibler zu gestalten. 88 Teile pro Minute werden so produziert, bei einem Ausstoß von 50 Mio. Stück pro Jahr.



Zum Beitrag

Weiterführende Links zum Beitrag:

Weitersagen:

Tags:

Ähnliche Artikel

Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

zurück nach oben ↑

Deine Meinung ist hier gefragt. Schreibe einen Kommentar!

Mit echten Menschen lässt es sich leichter kommunizieren! Ihr könnt hier offen eure Meinung zu dem Artikel sagen, aber bitte beachte die Netiquette und vermeide es andere zu beleidigen.

Pflichtfelder sind mit * markiert.