[ 28.Okt 2012 | |No Comment ]
Oberflächentechnik

Oberflächendekoration und Touchfunktionalität in einem Spritzvorgang realisieren

Der Beschichtungspezialist Kurz hat eine Integrationstechnik entwickelt, mit der Funktionsfolien für Touchsensoren und dekorative Beschichtungen gleichzeitig während des Spritzgießvorgangs auf Bauteile appliziert werden können. Der Einbau der Funktionalität und die Dekoration finden in einem kombinierten Prozess von Inmold Labeling (IML) und Inmold Decoration (IMD) statt. Von der mit Touchfunktionalität versehenen Laminatfolie werden einzelne Inmold Labels produziert, die in eine Werkzeughälfte eingelegt und beim Hinterspritzen mit der Rückseite des Kunststoffteils verbunden werden. Gleichzeitig wird im IMD-Verfahren an der zweiten Werkzeughälfte eine Trägerfolie mit dekorativer Beschichtung vorbeigeführt, die sich während des Spritzgießvorgangs vom Träger löst und mit der Vorderseite des Bauteils verbindet. Um beide Applikationen in einem Spritzvorgang realisieren zu können, musste eine besondere Werkzeugtechnologie entwickelt werden. Außerdem wurde eine spezielle Funktionsfolie benötigt, die im IML-Verfahren verarbeitbar ist.

Design und Funktion in einem Spritzvorgang realisieren

Mittelkonsole mit Touchkey-Funktion (Bild: Kurz)

Die Funktionsfolien, die sich durch ihre IML-Fähigkeit auszeichnen, heißen PolyTC® und wurden von der Kurz-Tochter PolyIC entwickelt. PolyTC® sind transparente Folien, die aufgrund ihrer metallischen Leitfähigkeit eine hohe Sensor-Abtastrate, Signalgüte und Störfestigkeit erzielen. Sie ermöglichen die Produktion sehr dünner, flexibler und transparenter Touchsensoren, die sich leicht in viele Anwendungen integrieren und mit konventionellen Elektronikbauteilen ansteuern lassen. PolyTC®-Folien werden in einem Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozess hergestellt, der eine große Herstellungskapazität gewährleistet.

Wenn die neue Kurz-Technik zur Herstellung transparenter Touch Displays eingesetzt wird, liegt der entscheidende Vorteil darin, dass die Touch-Funktionalität per Inmold Labeling integriert werden kann. Wenn das Verfahren für Touchsensor-Bedienfelder von Elektro- und Elektronikgeräten angewendet wird, lässt sich damit gleichzeitig ein einheitliches und edles Oberflächendesign realisieren. Denn die im IMD-Verfahren herstellbare Designvielfalt und -Qualität kann uneingeschränkt genutzt werden.

Kurz bietet IMD-Designs in verschiedensten Farben, Mustern und Strukturen, beispielsweise in realistischem Holz-, Marmor- oder Karbon-Look. Daneben ist ein breites Spektrum an Echtmetall-Beschichtungen verfügbar. Diese sind produzierbar in bunten Metallfarben, in verschiedenen Glanzgraden oder in der Optik sandgestrahlter oder gebürsteter Oberflächen. Diese Designs stehen vollständig für die Dekoration von Geräten mit Touchsensor-Bedienfeld zur Verfügung. Um die kapazitive Ansteuerung der Bedienelemente zu ermöglichen, werden für die Metalldesigns nicht leitende, so genannte NCVM-Beschichtungen (Non conductive vacuum metallized) verwendet. Diese Designfreiheit eröffnet neue Möglichkeiten für die Oberflächengestaltung von Automobilinnenräumen, Telekommunikations-, Haushalts- und Unterhaltungsgeräten.

Zudem bringt die Prozessverknüpfung von IML und IMD nicht nur Design-, sondern auch Kostenvorteile. Denn die Dekoration und Integration der Touchfunktionalität in nur einem Spritzvorgang ist ein besonders effizienter Produktionsprozess.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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