[ 4.Mrz 2010 | |One Comment ]
Dokumentarfilm

Plastic Planet

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Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Wussten Sie, dass Sie Plastik im Blut haben? Und Wale verwechseln ihn mit Plankton und verhungern immer öfter mit vollem, aber zugemüllten Magen!?

“Vor unseren Augen findet ein Skandal statt, und wir merken es nicht einmal”, entrüstet sich Werner Boote sich in seinem Dokumentar Film “Plastic Planet” der seit 26.Februar in den deutschen Kinos läuft. . “Bisphenol A kann schon in sehr geringen Mengen gefährlich werden, Allergien und Krebs auslösen, eventuell sogar das Erbgut schädigen”, sagt er. Warum aber ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert? Mit diesen und vielen anderen Fragen rund um das Thema Synthetischen Kunststoffe beschäftigte sich in den letzten vergangenen 10 Jahren der Regisseur und suchte Antworten rund um den Globus.

Kino-Trailer: “Plastic Planet”

Die Menge des Kunststoffs, die in den vergangenen 100 Jahren produziert wurde, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. So wird schnell deutlich, so schnell werden wir es nicht schaffen bzw. garnicht schaffen Kunststoff komplett abzuschaffen. Weltweit werden jährlich fast 240 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt, 60 Millionen Tonnen davon in Europa. Dies sind zwar nur “4″% der Erdölproduktion, aber die Folgen sind trotz alledem erschreckend. Zum Vergleich: Vor 40 Jahren waren es in Europa noch fünf Millionen Tonnen Plastik jährlich. Heute macht die Kunststoffindustrie 800 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Mehr als eine Million Menschen arbeiten allein in Europa in der Plastikindustrie. Jeder Industriezweig ist heute auf Kunststoff angewiesen. Mit dem Film “Plastic Planet” geht der Streit um die Gefährlichkeit nun in eine weitere Runde.

Wie wir schon im Januar in der Doku “Plastik über alles” sehen konnten, Plastik hat nicht nur eventuelle gesundheitliche Auswirkungen, sondern auch handfeste ökologische. Auch hier wird u.a. der 700.000 Quadratkilometer große Müllstrudel im Pazifik erwähnt.

Fazit:

Eine wirklich gelunge Dokumentation die jedem Kinobesucher ein unbehagliches Gefühl hinterlässt. Werner Boote tritt mit seiner Botschaft allerdings nicht auf wie Propaganda-Macher Michael Moore. Der Regisseur will nicht Panik machen, sondern umfassend informieren. Und das mit einer gehörigen Portion Charme – eine fast schon untypische Eigenschaft für einen Dokumentarfilmer. Emotionen werden mit dem Film zwar geweckt, die Fakten stehen allerdings im Vordergrund. Die Dokumentation ist das Ergebnis einer weltweit gründlichen Recherche. Es ist Boote nicht nur gelungen, Big Boss John Taylor vor die Kamera zu holen, sondern auch viele renommierte Wissenschaftler – unter anderem die bekannte Genforscherin Patricia Hunt und den Zellbiophysiker Scott Belcher, der nachgewiesen hat, dass Bisphenol A in kleinsten Dosierungen die Hirnentwicklung beeinflussen kann. Staubtrocken kommt “Plastic Planet” trotzdem nicht daher, sondern mit einer überraschenden Portion Witz. Nach dem Motto: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Leider läuft der Film in nur einigen ausgewählten Kinos in Deutschalnd. Hier geht es zur Kinoliste.

Das Buch zum Film



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Hauptberuflich: Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik im Technikum. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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Leserkommentare: 1 Kommentare

  1. Rummell sagt:

    Hallo
    Geniales Post. Da hat mich Bing wie schon so oft an einen genialen Blog geschickt.
    Viele Grüße aus dem schönen Ostfriesland

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