[ 8.Dez 2010 | |No Comment ]
Formel 1 Visiere gefräst

Polycarbonatbearbeitung in Rekordzeit

Rund 250 Millionen Tonnen Kunststoff werden weltweit pro Jahr produziert, so eine Zahl des statistischen Bundesamtes. Dass der Anteil von Polycarbonat an dieser Gesamtmenge nur rund 1,3 Prozent beträgt, hat seine Ursachen: Das Material ist teurer als andere Kunststoffe, allerdings auch formstabiler und optisch klarer. Es kommt deshalb nur dort zum Einsatz, wo besondere Bedingungen an Kunststoff gestellt werden. Ein gutes Beispiel dafür: das Visier eines Pilotenhelms.

Die Werkzeug-Bearbeitung von Polycarbonat ist eine Herausforderung. Rob Cliff von LMT Onsrud bestätigt diese Einschätzung: „Bauteile aus Polycarbonat haben auf der einen Seite extrem harte Oberflächen, die die eingesetzten Werkzeuge stark beanspruchen und somit für einen schnellen Verschleiß sorgen. Auf der anderen Seite ist es nicht einfach, die notwendige Oberflächenqualität bei der Bearbeitung des Kunststoffs sicherzustellen. Es können sich am Werkzeug sehr schnell große Mengen von Spänen bilden, die sogar am bearbeiteten Bauteil anheften und mit ihm verschmelzen können. Das ist am Ende fast so wie ein unerwünschter Schweißvorgang.“

Späne gezielt abtransportiert

Der Spezialfräser 52-703 für Polycarbonat der Firma LMT.

Der Spezialfräser 52-703 für Polycarbonat der Firma LMT.

Die Experten des amerikanischen Unternehmens Gentex mit Hauptsitz in Simpson, Pennsylvania, kennen diese Herausforderung. Unter anderem werden hier Pilotenhelme aus der F1 produziert, deren Visiere aus extrem kratzfestem und stabilem Polycarbonat bestehen. Bei der Bearbeitung des Kunststoffs setzen die amerikanischen Anwendungstechniker auf ein Werkzeug von LMT Onsrud, dessen Schneidengeometrie ideal zur Polycarbonat-Bearbeitung auf einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum passt: den Vollhartmetall-Fräser 52-703.

Die Schneiden verfügen über einen großen Spanwinkel und sichern selbst bei hohen Schnittgeschwindigkeiten einen besseren Abtransport der Späne als herkömmliche Fräser. „Das unerwünschte Verschweißen der Späne mit dem bearbeiteten Bauteil findet mit dem 52-703 nicht statt“, so Rob Cliff.

3.000 Bauteile pro Werkzeug

Zugleich profitiert Gentex von der extrem stabilen und scharfen Schneidkante des Werkzeugs. Mit dem Onsrud-Fräser können 3.000 Bauteile bei einem Vorschub von 3,05 Metern pro Minute produziert werden. Zum Vergleich: Das vorher eingesetzte Werkzeug erbrachte eine Leistung von nur 1300 fertigen Bauteilen bei einer Schnittgeschwindigkeit von 2,03 Metern pro Minute. „Natürlich muss das Visier am Ende über eine perfekte Oberfläche verfügen. Das steht über allem. Mit unserem Werkzeug sorgen wir aber nicht zuletzt für eine Lösung, die gleichzeitig mehr Effektivität bei der Produktion des Visiers garantiert“, so Cliff abschließend.



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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