[ 5.Okt 2012 | |No Comment ]
Voller Erfolg:

PolyTalk 2012 in Wiesbaden

Sehr erfolgreich verlief nach Einschätzung von PlasticsEurope der „PolyTalk’, das zentrale Branchentreffen der Kunststoffindustrie, das am 20. und 21. September in Wiesbaden stattfand. Es nahmen über 200 Repräsentanten aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Medien an der mit „Kunststoff – eine faszinierende Liebes­geschichte?” überschriebenen, zweitägigen Veranstaltung teil.

Das Panel bei PolyTalk (von links nach rechts): Dr. Martin Brudermüller, Susan Freinkel, Dr. Janez Potočnik, Laura Shields (Moderatorin), Axel Singhofen, Dr. Elke Anklam. (Bild: PlasticsEurope)

Dreh- und Angelpunkt von PolyTalk war eine sehr kontrovers geführte Debatte um umwelt- und gesundheitsbezogene Bedenken gegenüber Kunststoff und um die Anwendung des Vorsorge­prinzips. Hochrangige Diskussionsteilnehmer wie der EU-Umweltkommissar Dr. Janez Potočnik, Dr. Elke Anklam, Direktorin des Instituts für Gesundheit und Verbraucherschutz (IHCP) des Joint Research Centre bei der EU-Kommission sowie Axel Singhofen, gesundheits- und umweltpolitischer Berater der Grünen im EU-Parlament, brachten ihre Sichtweisen aus Politik und Wissenschaft ein. Als Industrievertreter auf dem Podium war der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BASF, Dr. Martin Brudermüller, die Journalistin und Bestseller-Autorin Susan Freinkel diskutierte aus Sicht des kritischen Verbrauchers. Diskutiert wurde in englischer Sprache.

“Wir müssen lernen, besser zuzuhören”

Patrick Thomas, Präsident von PlasticsEurope and CEO von Bayer MaterialScience fasste die Diskussion zusammen. Auf der einen Seite müsse die Industrie das tun, was sie schon immer zu tun hatte – sicherstellen, dass ihr Material so genutzt werde, dass es keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstelle und dass die Produkte, die in den Markt gelangten, sicher sind. Dabei gehe es nicht darum, lediglich gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, sondern darüber hinaus zu gehen. Das kann laut Thomas auch bedeuten, dass existierende Erkennt­nisse neu bewertet werden, sobald neue Testmethoden zur Verfügung stehen. „Auf der anderen Seite müssen wir es ernst nehmen, wenn Menschen noch immer Bedenken haben, wir müssen lernen, besser zuzuhören und besser zu verstehen, woher diese Bedenken kommen”, so Thomas weiter.

Hat die Kunststoffindustrie in Europa eine Zukunft?

EU-Umweltkommissar Dr. Janez Potočnik sagte in seiner Grundsatzrede, Kunststoff habe seine Probleme. Das Material sei aber auch vielseitig und leicht, und es biete nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zum Einstellen von spezifischen Eigenschaften durch Veränderung der physikalischen und chemischen Zusammensetzung. Er glaube, während wir uns von einer Wegwerfgesellschaft wegentwickelten und mehr hin zu einer Kreislaufgesellschaft gingen, habe Kunststoff Zukunft. Kunststoff könne Teil der Lösung sein, nicht nur Teil des Problems, erklärte Potočnik.

In der Diskussion um die Zukunft der Industrie in Europa sagte Sir Jonathon Porritt, Gründer des „Forum for the Future” und Experte für Nachhaltigkeit, die Kunststoffindustrie sei eine Quelle wichtiger Impulse für die Nachhaltigkeit.

Ein zweites Diskussionspanel während „PolyTalk” war der Zukunft der Jugend in Europa gewidmet. Fünf Sieger aus den bisherigen Jugendparlamenten von PlasticsEurope aus Belgien, der Türkei, Bulgarien und Deutschland diskutierten miteinander sowie mit Executive Director Dr. Wilfried Haensel und Patrick Thomas und forderten von der Industrie unter anderem Engagement für eine bessere Bildung und Ausbildung.

Weiterführende Links

Polytalk Webseite

Die Rede “Hat die Kunststoffindustrie in Europa eine Zukunft“ von EU-Kommisar Janez Potočnik

Kommentar: Die Zeit – “Europa im Plastikwahn” von Marlies Uken



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Ein Beitrag der Kunststoffreport-Redaktion.

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