[ 2.Mai 2010 | |2 Comments ]

Schneckenverschleiß

schnecken verschleiss kunststoffreport Eine häufige Fragestellung, die auftaucht in Gesprächen und bei mir im E-Mail Postfach ist die Frage nach dem Verschleiß der Schnecke und dem Zylinder. Oftmals wird auch direkt nach Toleranzen gefragt.

Meine Antwort fällt leider zuerst nicht immer eindeutig aus. Sehr grob könnte die Antwort wie folgt lauten:

Jeder Prozess und jedes Unternehmen muss seine eigene Toleranz für den Verschleiß finden, womit sie selber arbeiten können und die geforderte Qualität und Prozesssicherheit gewährleisten können.”

Na ganz große Klasse werden sicherlich viele von euch denken, eine Antwort, die nicht nur arrogant klingt, sondern auch auf den ersten Blick nichtssagend ist. Zu meiner Verteidigung – natürlich gebe ich nicht eine derartige Antwort. Muss aber sagen, es sagt eigentlich schon das Wichtigste aus.

Ein Unternehmen, das kleine Medizinische-Präzisionsartikel herstellt, wird engere Verschleißtoleranzen haben, als ein Unternehmen die Wegwerf-Baustellenartikel herstellt. Das Präzisionsunternehmen braucht viel mehr Kontrolle und Genauigkeit über die Schmelze und Parameter als das Hauruck-Unternehmen, das mit einem Qualitätsfenster von über 50% bei den Spritzparameter fährt. Denn da fällt der Verschleiß auch erst viel später auf, als beim Präzisionsunternehmen wo die kleinste Veränderungen im Umfeld schon zu Ausschussteilen führt.

Die regelmäßige Kontrolle des Verschleißes der Schnecke, Zylinder und der Rückstromsperre bietet natürlich einige Vorteile. Störungen und Qualitätsschwankungen lassen sich rechtzeitig eliminieren und hohe Folgekosten sowie Maschinenausfallzeiten werden hinfällig.
Kleine mittelständische Unternehmen werden sicherlich nicht die nötige Zeit haben, um das Wartungsintervall einzuhalten.
Doch letztendlich wie sie sich entscheiden, eine übermäßig abgenutzte Schnecke erhöht nicht nur die Verweilzeit, sondern beeinflusst negativ die Kunststoffschmelze  und die Prozesssicherheit.

Zusätzlicher Gedanke

Denken Sie daran, Sie brauchen keinen Ferrari um Ihre Einkäufe zu erledigen … aber Sie wollen ja auch nicht bei einem Formel 1 Rennen mit einem Trabi in Kampf treten.

Bildquelle:  Xaloy



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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Leserkommentare: 2 Kommentare

  1. Dipl. Ing. S. Klaviten sagt:

    Kann Ihnen zu 100% zustimmen.
    Toller Beitrag über den Schneckenverschleiß. Schöne Webseite.

  2. Arnold Besinghaus sagt:

    Zitat” Kleine Unternehmen fehlt die nötige Zeit”, ist ein wichtiger Punkt der sicherlich in den nächsten Jahren mehr aufsehen erregen wird. Kenne das Problem sehr gut. Leider :(

    Aber eine sorgfällige Maschinenpark Pflege spart wirklich einiges an Kosten und Zeit.

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