[ 28.Mrz 2011 | |No Comment ]
Kunststoffe

Vor 50 Jahren kam das erste Kochgeschirr mit Teflon auf den Markt

Beliebt bei Hobby- und Profiköchen zugleich: Die Erfolgsgeschichte von Teflon® antihaftversiegeltem Kochgeschirr begann vor 50 Jahren mit der Markteinführung im US-amerikanischen Einzelhandel.  [Foto:DuPont]

70 Jahre Teflon. 50 Jähriges Jubiläum für Teflon® in der Küche. Legenden, Zufälle und Geschichten umhüllen den Allzweck Kunststoff. Alle Fakten hier.

In diesem Jahr feiern Teflon® Antihaftversiegelungen für Kochgeschirr ein bedeutendes Jubiläum: 1961, also vor 50 Jahren, kam das erste mit dem Markenzeichen Teflon® versehene Kochgeschirr in die US-amerikanischen Läden, nachdem die US Food and Drug Administration (FDA) die Eignung für den Einsatz bei Kochgeschirr und in der Lebensmittelverarbeitung bestätigt hatte. Seitdem hat DuPont kontinuierlich weiter daran gearbeitet, Herstellern von Kochgeschirr, Groß- und Einzelhändlern innovative neue Teflon® Antihaftsysteme zur Verfügung zu stellen, die den Wünschen der Verbraucher hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Qualität entsprechen. Darüber hinaus hat das Unternehmen in den letzten 50 Jahren beträchtliche Ressourcen bereitgestellt, um die beiden wichtigsten Merkmale seiner Teflon® Antihaftversiegelungen – Qualität und Innovation – mit Hilfe seines Netzwerks von Lizenznehmern zu schützen und zu bewahren. Damit ist sichergestellt, dass der Verbraucher die Qualität und Leistungsfähigkeit erhält, die er mit der Marke Teflon® verbindet.

Legenden, Myhten und vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Hartnäckig hält sich die Legende, die „Teflon® Pfanne“ sei quasi als Abfallprodukt der Raumfahrt entstanden. Weit gefehlt: Die Weltraumingenieure entdeckten den Werkstoff Teflon® von DuPont erst in den 60er Jahren für sich, als das Material längst schon die Küche erobert hatte. Aber die Raumfahrt öffnete die Perspektive für kreative Visionen und die Umsetzung neuer Ideen. Heute sind nur 5% der Anwendungen mit Teflon® im Bereich Antihaft-Kochgeschirre. Das eigenwillige Material, an dem nichts haftet, das chemisch inert, hitze- und kältebeständig ist, sorgt heute in vielfältigen Anwendungsbereichen für verbesserte Produkteigenschaften und höheren Komfort.
Teflon® isoliert auch Tiefseekabel, die Automobilindustrie verwendet es für Beschichtungen bei Rohren und Schläuchen. Da der menschliche Körper das Material nicht abstößt, wird es in der Medizin für künstliche Gelenke, Herzklappen und Schrittmacher eingesetzt. Die Raumfahrt nutzt es als Schutzbeschichtung für die Anzüge der Astronauten. Eine Teflon® Schicht auf Bahnwaggons erleichtert die Reinigung, Betonplatten und Betonpflaster mit dem Antihaftschutz bleiben länger ansehnlich und nicht zuletzt hilft Teflon® auch der Freiheitsstatue in New York, der atlantischen Witterung zu trotzen.

Im Zusammenhang mit Teflonpfannen wird häufig ein Verdacht auf krebserregende Substanzen in der Beschichtung geäußert. Auch die Giftigkeit in Pfannen wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung und Greenpace nicht bestättigt. “Spiegeleier brennen in zerkratzten Teflonpfannen zwar schneller an, Krebs oder andere Krankheiten sind deshalb jedoch nicht zu befürchten. Allerdings: Wird eine Pfanne überhitzt, etwa weil man sie leer auf der Herdplatte vergisst, können laut einer US-Studie schon nach wenigen Minuten giftige Dämpfe entstehen.” so Greenpace. Die Studie besagt, dass die gefährlichen fluorierten Verbindungen treten nur bei starker Überhitzung auf (je nach Quelle ab 202 °C bis 360 °C). Daher sollte eine Pfanne nicht länger als drei Minuten leer erhitzt werden. Bei Induktionsherdplatten rät das Bundesinstitut für Risikobewertung von der Erhitzung leerer Pfannen ab, da diese zu schnell die kritische Temperatur erreichen. Kratzer in der Beschichtung von Pfannen sind ebenso unbedenklich wie sich ablösende Beschichtungspartikel, da diese wieder ausgeschieden werden.

Die zufällige Entdeckung
Die Geschichte der Marke Teflon® begann am 6. April 1938 im Jackson Laboratory von DuPont im US-Bundesstaat New Jersey. Dieser Tag fing nicht gut an für Roy Plunkett. Der junge Chemiker forschte in den Labors der Firma DuPont in Wilmington/Delaware nach einem neuen Kältemittel für Kühlschränke. Für seine Tests hatte er Gaszylinder mit Fluor-Verbindungen vorbereitet, die er normalerweise auf Trockeneis lagerte. Wie ärgerlich: Ein Zylinder hatte über Nacht auf dem Labortisch gestanden und enthielt kein Gas mehr. Aber merkwürdigerweise war er zu schwer, um leer zu sein. Das Gas konnte also nicht wirklich verloren gegangen sein. Plunketts Forscherinstinkt war geweckt: Er sägte den Stahlzylinder auf und fand – Polytetrafluorethylen, einen neuen Kunststoff, der unter dem Markennamen Teflon® einen Siegeszug in die Küchen antreten sollte, auf den Mond fliegen würde und noch 50 Jahre später als „glatteste Substanz der Welt“ in das Guiness Buch der Rekorde eingehen sollte.
Zunächst aber war die neue Substanz zu einem Dornröschenschlaf verdammt, denn keiner wusste so recht, was man mit ihr machen sollte.
In den 50er Jahren hörte der französische Chemiker und begeisterte Hobbyangler Marc Gregoire über einen Kollegen von der „schlüpfrigen Substanz“ und beschloss, seine Angelschnur damit zu beschichten. Seine Frau Colette war ebenso praktisch veranlagt und kam auf den Gedanken, ihre Bratpfannen mit dem Polymerwerkstoff auszukleiden. Die Idee war enorm erfolgreich, und ihre Pfanne wurde der zündende Funke für ein Konzept, dessen Vorteile Gastronomieprofis, Freizeitköche und Hausfrauen schnell erkannten. Bis heute sind weltweit über 3 Milliarden Töpfe und Pfannen mit Teflon® Antihaftversiegelungen verkauft worden.

“]Dr. Roy J. Plunkett und sein Team in seinem Labor bei DuPont, in dem er 1938 Teflon® entdeckte. Der Fluorkunststoff sollte in den folgenden Jahren das Kochen und Backen in Millionen von Haushalten revolutionieren. [Foto: DuPont]

Dr. Roy J. Plunkett und sein Team in seinem Labor bei DuPont, in dem er 1938 Teflon® entdeckte. Der Fluorkunststoff sollte in den folgenden Jahren das Kochen und Backen in Millionen von Haushalten revolutionieren. [Foto: DuPont

1944 ließ DuPont PTFE unter dem Markenzeichen Teflon® registrieren. 1961 kam die erste Teflon Beschichtete Pfanne auf den Markt.
Für die leidgeprüfte Hausfrau der 50er Jahre war die beschichtete Pfanne eine Offenbarung, weil sie der anstrengenden Schrubberei festgebackener Krusten ein Ende bereitete und ein Federgewicht unter den Bratgeschirren war. Ein halbes Jahrhundert später sind mehr als 80 Prozent aller Pfannen heute beschichtet.

 

Seitdem hat DuPont eine führende Rolle bei der Entwicklung einer breiten Palette von Fluorkunststoffen übernommen, die die Herstellung vieler, heute nicht mehr wegzudenkender Industrie- und Verbrauchsgüter ermöglicht haben, die das Leben sicherer, komfortabler, erschwinglicher und nachhaltiger machen. Vor allem sein Einsatz bei Kochgeschirr hat Teflon® zu einer der weltweit bekanntesten Marken gemacht. Sie steht für lange Haltbarkeit und Antihafteigenschaften, die gleichbedeutend sind mit komfortablem und gesundem Kochen.

Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Im Laufe der letzten 50 Jahre hat DuPont die Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit seiner Teflon® Antihaftversiegelungen kontinuierlich weiterentwickelt. In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Haltbarkeit der Versiegelungen schrittweise verbessert, z. B. durch den Einsatz von Fluorkohlenstoffpolymeren mit noch besseren Antihafteigenschaften und noch höherer Kratzbeständigkeit. Als Ergebnis präsentierte DuPont 1976 ein dreischichtiges Fluorkunststoff-System, das die Haltbarkeit der Beschichtungen signifikant erhöhte. In den 1990er Jahren entwickelte das Unternehmen neue Produktlinien mit zusätzlichen Schutzschichten, die den harten Einsatzbedingungen in Profiküchen Stand halten.

2001 hat DuPont seine Teflon® Antihaftversiegelungen zur besseren Unterscheidung in Gruppen eingeteilt, die heute noch Gültigkeit besitzen: Teflon® Classic für einfaches Kochen und Reinigen bei gelegentlichem Gebrauch, Teflon® Xtra für längere Lebensdauer bei regelmäßigem Gebrauch, Teflon® Select für noch mehr Haltbarkeit bei täglichem Gebrauch sowie Teflon® Platinum für maximale Leistungsfähigkeit und Haltbarkeit für ambitionierte Köche. Weitere Meilensteine waren die im Jahr 2006 erfolgte Kommerzialisierung von Teflon® Antihaftversiegelungen mit Radiance Technologie – einem speziellen dreilagigen Thermosystem, das die Hitze gleichmäßig über die gesamte Pfanne verteilt – sowie die Einführung eines neuen Typs von Teflon® für das Trägermaterial Edelstahl, der dazu beiträgt, die Rostbildung auf solchen Pfannen zu unterbinden.

Anfang 2009 unterstrich DuPont erneut sein Bekenntnis zu Innovation und Umweltschutz mit der Kommerzialisierung einer neuen Generation von Teflon® Antihaftversiegelungen. Teflon® Platinum Plus basiert auf einer neuen, unternehmenseigenen und patentierten Technologie, die gegenüber Teflon® Platinum Beschichtungen eine um 50 % verbesserte Kratzbeständigkeit ermöglicht. Damit ist Teflon® Platinum Plus die derzeit widerstandsfähigste und leistungsfähigste Antihaftversiegelung von DuPont. Zugleich entwickelte das Unternehmen die übrigen Teflon® Antihaftversiegelungen hinsichtlich verbesserter Haltbarkeit und signifikant verbesserter Kratzbeständigkeit weiter. Die Verlängerung der Lebensdauer von beschichtetem Kochgeschirr kann ebenfalls dazu beitragen, den Umwelteinfluss der Produkte zu reduzieren. Dies hat eine von DuPont durchgeführte und auf einem ganzheitlichen Ansatz basierende Ökobilanz ergeben, die den Umwelteinfluss eines Produkts von der Herstellung bis zur Entsorgung betrachtet. Dazu Phil Bardsley, Sales Manager bei DuPont Fluoroproducts – Consumer and Industrial Finishes für die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika): „Diese ganzheitliche Betrachtung zeigt, dass Pfannen mit weniger langlebigen Antihafteigenschaften tendenziell einen größeren Umwelteinfluss besitzen, da sie häufiger erneuert werden müssen. Um diesen zu verringern, müssen wir die Gebrauchsdauer einer Pfanne verlängern.“

Die neue Generation von Teflon® Antihaftversiegelungen für Kochgeschirr basieren auf der patentierten GenX-Technologie von DuPont, die die Herstellung von Hochleistungs-Fluorkunststoffen ohne Einsatz von Perfluoroctansäure (PFOA) ermöglicht. Die neuen Typen bieten die von Teflon® gewohnten, sehr guten Antihafteigenschaften und erfüllen die speziellen Anforderungen vieler Einzelhändler.

Ein Bekenntnis zu Qualität und Markenschutz
50 Jahre Einsatz bei Verbrauchern sowie durch Fachleute geprüfte Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass mit Teflon® antihaftversiegeltes Kochgeschirr sowohl im Haushalt als auch in anderen Bereichen sicher im Gebrauch ist. Vor der Kommerzialisierung neuer Teflon® Antihaftversiegelungen werden umfangreiche Labortests durchgeführt, um die Gebrauchssicherheit zu gewährleisten. Die Ergebnisse werden von den entsprechenden Zulassungsbehörden in den USA, Europa oder anderswo auf der Welt überprüft.



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Der Autor


Herausgeber von Kunststoffreport.de Gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- & Kautschuktechnik. Nach seiner Lehre als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik startete er neben seiner Arbeit an der Abendschule sein Technisches Abitur, dass er im Februar 2010 erfolgreich beendete. Seit Sommer 2010 studiert er Kunststofftechnik.

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